Tabuthema Inkontinenz: Ein starker Beckenboden hilft

Kaum ein Problem schlägt stärker auf die Psyche als Inkontinenz. Leidet man darunter, versucht man alles, um diese Problematik zu kaschieren. Doch wussten Sie, dass man mit einem starken Beckenboden das Problem oftmals lindern kann?

Über manche Probleme spricht man nicht. Inkontinenz gehört dazu. Doch eigentlich sollte man darüber sprechen, denn immerhin trifft es im Laufe des Lebens in etwa jeden Fünften von uns. Um des Problems Herr zu werden, gilt es in erster Linie herauszufinden, um welche Form der Inkontinenz es sich handelt. Häufig kann man dies durch Selbstbeobachtung feststellen, dennoch empfehlen wir – auch um eine Krankheit auszuschließen –, jedenfalls mit Ihrem Hausarzt über das Thema zu sprechen und in weiterer Folge mit ärztlicher Hilfe eine geeignete Behandlungsstrategie festzulegen. Doch auch selbstständig kann man das Problem häufig zumindest abschwächen. Viele Männer und Frauen greifen zu speziellen Inkontinenzprodukten, die mittlerweile so weit entwickelt sind, dass sie den notwendigen Schutz geben und andere Personen nicht merken, dass man diese trägt. Weitere Tipps haben wir für Sie zusammengefasst.

Leidet man an Inkontinenz ist es unmöglich, den Harndrang zu kontrollieren.

Tipps: Was kann ich selbst tun, um das Problem Inkontinenz besser in den Griff zu bekommen?

Nicht auf das Trinken verzichten
Viele Personen trinken aus Angst vor den Auswirkungen der Inkontinenz weniger. Das ist allerdings nicht unbedingt empfehlenswert. Trinkt man zu wenig, kann das negative Folgen für den Körper haben. Probleme mit Blase, Niere oder Leber sind mögliche Konsequenzen.

Kaffee und Alkohol in Maßen
Wichtig ist hingegen, genau darauf zu achten, was man trinkt. Harntreibende Substanzen wie Koffein und Alkohol verstärken den Harndrang. Auf diese muss man zwar nicht völlig verzichten, aber die Menge einzuschränken hilft.

Zigaretten meiden
Tabak hat zahlreiche negative Eigenschaften. Eine davon ist, dass durch das Rauchen in manchen Fällen der Harntrakt gereizt wird. Hört man mit dem Rauchen auf, kann sich das somit ebenfalls positiv auf das Problem Inkontinenz auswirken.

Entspannung bringt Erleichterung
Es ist wahrlich ein Teufelskreis: Inkontinenz schlägt auf die Psyche. Man setzt sich selbst unter Druck und Stress. Dies wiederum führt vermehrt zu unbeabsichtigtem Harnverlust. Mit Entspannungstechniken wie Atemübungen und Meditation können Sie Ihre Blasen­kontrolle verbessern.

Ein starker Beckenboden lindert oft das Problem.

Das perfekte Training für die Beckenbodenmuskulatur

Übungen für den Beckenboden stärken die Beckenbodenmuskulatur. Dies bringt nicht nur einen positiven Effekt für das Sexualleben, sondern kann auch das Problem einer Inkontinenz mildern.

Wo befindet sich der Muskel? Um die Beckenbodenmuskulatur zu finden, spannen Sie einfach den Muskel an, den Sie einsetzen, um einen Furz zu verhindern. Beim Beckenbodentraining wird der Beckenboden angespannt, die Spannung für eine gewisse Zeit gehalten und der Muskel dann wieder entspannt. Durch ein gezieltes Beckenbodentraining stärken Sie die Muskulatur und können so unfreiwilligen Harnverlust besser vermeiden.

Übung 1:
Die „Kobra“ stärkt nicht nur den Rücken. Auch der Beckenbodenmuskel profitiert davon. Auf eine Matte legen, mit beiden Händen abstützen und den Oberkörper nach oben strecken. Für 10 Sekunden halten. (10 Wiederholungen)

Übung 2:
Die Übung für Fortgeschrittene. Abermals für ca. 10 Sekunden in dieser Position verweilen.

Übung 3a:
Knien Sie sich auf eine Matte und stützen Sie sich dabei mit beiden Händen ab.

Übung 3b:
Nun machen Sie einen Katzenbuckel und verbleiben für 10 Sekunden in dieser Position.

Übungen, die Sie im sitzen durchführen können:
KRAFT – Spannen Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur eine Sekunde lang an. Danach die Spannung lösen und 10 Sekunden ruhen. (10 Wieder­holungen)
AUSDAUER – Wenden Sie dieselbe Technik an wie bei der Kraftübung, halten Sie allerdings die Spannung für 10 Sekunden. Nach jeder Anspannung mindestens 20 Sekunden entspannen. (5–10 Wiederholungen)


Es gibt Verschiedene Formen einer Inkontinenz

Überlauf­inkontinenz
Bei einer Überlaufinkontinenz ist die Blase stark überfüllt. In weiterer Folge treten von Zeit zu Zeit Tropfen aus.

Belastungs­inkontinenz
Wenn Husten, Niesen, Lachen oder das Heben schwerer Gegenstände zu einem Harnverlust führt, liegt möglicherweise eine Belastungsinkontinenz vor.

Nachtröpfeln
Man spricht von Nachtröpfeln, wenn nach dem Toilettengang noch ein paar Urintropfen austreten.

Dranginkontinenz
Eine Dranginkontinenz liegt vor, wenn ein plötzlicher Drang zum Urinieren besteht und das Wasser nicht bis zur nächsten Toilette gehalten werden kann.


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