Wenn die Haut das Leben bestimmt

Ständig trocken, schuppig, gerötet und juckend – in der Haut von Neuro­­der­mitis-Patienten möchte niemand gerne stecken. Diese Hauterkrankung ist nämlich so viel komplexer als „nur“ ein bisschen Jucken und Kratzen. So können Sie Neurodermitis jedoch lindern.

Stellen Sie sich vor, sie wüssten nicht, was der nächste Tag bringt: ob Sie zur Arbeit gehen, sich im Bett verkriechen oder ob Sie frei haben und einen Ausflug antreten werden. Wie würden Sie sich mit dieser Unsicherheit fühlen? Auf Dauer wahrscheinlich nicht gut. Neurodermitis-Patienten leben genau mit dieser Unberechenbarkeit, die ihren Alltag bestimmt. Die atopische Dermatitis, wie Neurodermitis noch genannt wird, verläuft nämlich in Schüben. Wer heute symptomfrei ist, kann morgen schon von einem akuten, unvorhersehbaren Hautausschlag inklusive eines quälenden Juckreizes geplagt werden.

Was genau ist Neurodermitis?

Bei der Neurodermitis handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die jedoch nicht ansteckend ist. Auf beschwerdefreie Phasen folgen immer wieder Ausschläge, die gerötet und trocken sind, am gesamten Körper auftreten können und von intensivem, anhaltendem, quälendem Juckreiz begleitet werden. 13 Prozent der Kinder und 3 Prozent der Erwachsenen leiden darunter. Dazu kommt, dass diese Hauterkrankung oftmals mit einem großen Leidensdruck verbunden ist. Neben der Unberechenbarkeit kann Neurodermitis nämlich das Leben der Betroffenen in Bereichen belasten, die vielleicht auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind: Treten intensive Schübe auf, hält quälender Juckreiz nicht selten von einer erholsamen Nachtruhe ab. Das Schlafdefizit kann in weiterer Folge die Arbeitsproduktivität einschränken – Kinder haben dadurch mehr Fehltage in der Schule, Erwachsene müssen unter Umständen Krankenstandstage in Anspruch nehmen. Nicht zu vergessen ist die ästhetische Komponente: Von Neurodermitis Betroffene leiden häufig unter dem Aussehen ihrer Haut. Sie schämen sich dafür und vermeiden es, im Sommer luftige Kleidung zu tragen oder sich gar in ein Badeoutfit zu werfen. Eine Heilung gibt es nicht, wohl aber verschiedene Therapiemöglichkeiten. Zögern Sie nicht zu lange, um Neurodermitis zu lindern.

Wie kommt es zu Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine komplexe Erkrankung, zu deren Entstehung mehrere Faktoren beitragen. Am Anfang steht eine genetisch bedingte Störung in der Hautschutzbarriere: Die Haut trocknet leicht aus und ist anfällig für äußere Einflüsse jeglicher Art. ­Dadurch entzündet sie sich leicht und juckt. Durch Kratzen wird die Entzündungsreaktion zusätzlich verstärkt. Dazu kommt ein übereifriges Immunsystem, das sich bereits bei harmlosen Substanzen wehrt. Für diese Fehlfunktion des Abwehrsystems wird teilweise übertriebenes Hygieneverhalten verantwortlich gemacht. Nach der sogenannten „Hygiene-Hypothese“ leidet das Immunsystem in der keimarmen Umwelt westlicher Haushalte quasi an Beschäftigungsmangel und sucht sich andere Ziele.

Welche Therapieformen gibt es?

Cortison ist nach wie vor das Standardmittel bei akuter Neurodermitis. Zur Langzeitbehandlung sollte es aber nicht unbedingt verwendet werden. Immerhin gibt es viele natürliche Wirkstoffe, die den Juckreiz und Neurodermitis lindern können und die Haut pflegen. In Ihrer Apotheke finden Sie cortisonfreie Alternativen zur Behandlung von neurodermitischer Haut. Produkte mit dem Wirkstoff der Kamille haben sich beispielsweise schon lange bewährt. Die Kamille wirkt beruhigend, entzündungshemmend und antibakteriell. So regenerieren Salben mit diesem Wirkstoff die Haut und stellen die geschädigte Hautschutzbarriere wieder her. Auch der körpereigene Stoff Heparin wirkt entzündungshemmend, antiallergisch und spielt speziell bei der Linderung von Juckreiz eine zentrale Rolle. Wichtig ist es auch, in der symptomfreien Phase die Haut regelmäßig zu pflegen und sie vor dem Austrocknen zu bewahren. Für ein kratzfreies Leben!

Auslöser für Neurodermitis-Schübe

hautaustrocknende Faktoren wie zu häufiges Waschen

Allergene, die auf die Hautgelangen, eingeatmet oder verzehrt werden

irritierende Stoffe, z. B. Wollkleidung, Kontakt mit Reinigungsmitteln, Duft- oder Konservierungsstoffe in Kosmetika

Bakterien, Viren, Pilze

Umweltgifte wie Ozon, Abgase, Tabakrauch

psychische Belastung, Stress

klimatische Faktoren wie extreme Kälte oder Hitze, Trockenheit oder Schwüle


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