Mein Herz schlägt für die Gesundheit
Jedes Jahr gibt es zumindest einen Tag, an dem jedes Herz höherschlägt – und zwar am 29. September. An diesem Tag wird global der Weltherztag gefeiert. Damit unser Herz lange gesund bleibt und im Rhythmus schlägt, ist es entscheidend, auf das Herz zu hören, und ebenso wichtig, darauf zu achten.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten lebensbedrohlichen Krankheiten. An ihren Folgen sterben jährlich rund 17,3 Millionen Menschen. Schätzungen zufolge wird diese Zahl bis zum Jahr 2030 auf bis zu 23,6 Millionen ansteigen. In Österreich sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Haupttodesursache bei Frauen über 65 Jahren und bei Männern über 45 Jahren. Zudem gibt es Hunderttausende Österreicherinnen und Österreicher, die aufgrund von Herz-Kreislauf-Problemen in ihrem Leben massiv eingeschränkt sind. Diese verminderte Lebensqualität zeigt sich beispielsweise in einer geschwächten körperlichen Leistungsfähigkeit. Viele dieser Beschwerden wären durch entsprechende Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen vermeidbar. Bevor wir zu den herzgesunden Tipps kommen, werfen wir einen Blick auf die vielen verschiedenen Herz-Kreislauf-Beschwerden.
Zu den häufigsten zählen:
Bluthochdruck (Hypertonie): Verursacht meist keine Beschwerden und bleibt oft lange Zeit unentdeckt. Dauerhaft hohe Werte können Herz, Gehirn, Nieren und Augen schädigen. Häufige Ursachen sind Übergewicht und Bewegungsmangel.
Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt: Durch Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Typische Symptome sind Schmerzen bei Belastung, später auch in Ruhe.
Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Das Herz pumpt zu schwach, um den Körper ausreichend zu versorgen. Anzeichen ist oft Atemnot. Ursachen sind u. a. Bluthochdruck, Rhythmusstörungen oder frühere Herzinfarkte.
Endokarditis: Entzündung der Herzinnenwand oder -klappen, meist durch Bakterien. Kann lebensgefährlich sein, da sich Keime über das Blut im Körper ausbreiten.
Herzklappenfehler: Sind Klappen verengt oder undicht, wird der Blutfluss gestört. Leichte Formen bleiben oft unbemerkt, schwere erfordern meist eine Operation.
Herzrhythmusstörungen: Das Herz schlägt zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig. Häufig harmlos, aber auch Hinweis auf eine Erkrankung möglich.
Perikarditis: Entzündung des Herzbeutels, oft mit Flüssigkeitsansammlung. Bei starkem Erguss kann das Herz nicht mehr richtig arbeiten.
Niedriger Blutdruck (Hypotonie): Kann ohne erkennbare Ursache auftreten oder durch Erkrankungen, Medikamente oder Blutverlust bedingt sein. Die Ursache sollte behandelt werden.
Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Chronische Durchblutungsstörung in den Beinen, meist durch Arterienverengung. Die betroffenen Bereiche erhalten zu wenig Sauerstoff.
Omega-3 vs. Omega-6: Aufs Verhältnis kommt es an
Unser Körper benötigt sowohl Omega-3- als auch Omega-6-Fettsäuren. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Menge, sondern vor allem das richtige Verhältnis dieser beiden. Omega-3-Fettsäuren haben eine entzündungshemmende Wirkung und unterstützen zahlreiche Prozesse im Organismus, während ein Übermaß an Omega-6-Fettsäuren das Entzündungsgeschehen ankurbeln kann. Omega-6 findet sich vor allem in Fleisch, Milchprodukten und in vielen Getreidesorten. Wer sich stark fleischbetont ernährt und gleichzeitig wenig frisches Gemüse, Hülsenfrüchte oder hochwertige Öle zu sich nimmt, nimmt häufig zu viel Omega-6 auf. Dadurch gerät das empfindliche Gleichgewicht der Fettsäuren im Körper leicht aus der Balance.
Das optimale Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3 wird mit einem Wert zwischen 1 : 1 und 4 : 1 angegeben. In der Realität zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild: In vielen westlichen Ernährungsweisen liegt das Verhältnis bei 9 : 1 oder sogar noch darüber. Diese Verschiebung wirkt sich nachteilig auf die Herzgesundheit aus und kann Entzündungsprozesse fördern, die langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen erhöhen. Ein ausgewogenes Verhältnis von unter 3 : 1 wirkt hingegen schützend, da es entzündungshemmend ist und dem Körper eine stabile Basis für Gesundheit und Leistungsfähigkeit gibt.
Umso wichtiger ist es daher, Omega-3-Fettsäuren gezielt aufzunehmen, wenn das Verhältnis bereits aus dem Lot geraten sein sollte. Gute Quellen sind fettreiche Fische wie Lachs, Makrele oder Hering, aber auch pflanzliche Alternativen wie Leinöl, Hanfsamen oder Walnüsse. Wer diese Lebensmittel regelmäßig in den Speiseplan einbaut, unterstützt das Herz, reguliert Entzündungsprozesse und sorgt für ein harmonischeres Gleichgewicht im Fettstoffwechsel.
Kennen Sie Ihren Omega-3-Index?
Der Omega-3-Index zeigt auf, wie gut ein Mensch über die Ernährung oder Nahrungsergänzung mit den Fettsäuren EPA und DHA versorgt ist. Der Index wird mittels einer Blutanalyse gemessen, bei der der Anteil von EPA und DHA an der Gesamtfettsäuremenge in den roten Blutkörperchen bestimmt wird. Ein Wert zwischen 8 % und 11 % gilt derzeit als optimal. Werte unter 4 % deuten auf eine mangelhafte Versorgung hin und sind laut Studien mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. So zeigte sich in Untersuchungen, dass ein Omega-3-Index von über 8 % im Vergleich zu einem Index unter 4 % mit einem um 90 % geringeren Risiko für plötzlichen Herztod einhergeht. Zugleich weisen aktuelle Daten darauf hin, dass auch überhöhte Werte, insbesondere bei unkontrollierter Einnahme, mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern verbunden sein können. Dies zeigt eine groß angelegte Studie aus China. Die Forschenden empfehlen deshalb, bei der Einnahme von Omega-3-Präparaten nicht pauschal zu handeln, sondern den individuellen Bedarf zu ermitteln und entsprechend zu supplementieren.
Omega-3 und das Herz
In Sachen Herzgesundheit gerieten in den vergangenen Jahren vermehrt Omega-3-Fettsäuren in den Fokus der Herz-Kreislauf-Forschungen. Während manche Studien einen stark positiven Effekt der Fettsäuren auf das Herz belegen, gibt es ebenso kritische Stimmen. Allgemein betrachtet, fördern Omega-3-Fettsäuren den Stoffwechsel, beeinflussen Entzündungsprozesse positiv und unterstützen die Elastizität der Blutgefäße –
alles Faktoren, die unserem Wohlbefinden und dem Herzen zugutekommen. Entscheidend ist allerdings stets der jeweilige individuelle Omega-3-Index.
Weitere Omega-3-Studien
In einer neuen Untersuchung der renommierten Framingham Heart Study in Boston¹ zeigte sich, dass die Gruppe mit dem höchsten Omega-3-Index (> 6,8 %) ein um 39 % niedrigeres Risiko hatte, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, als die Gruppe mit dem niedrigsten Omega-3-Index (< 4,2 %). An der Studie nahmen 2.500 Personen teil, der Beobachtungszeitraum betrug 7,3 Jahre. Weitere Studien deuten auf einen positiven Effekt bei plötzlichem Herztod⁶, Vorhofflimmern³-⁴ und Herzinsuffizienz⁵ hin. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Omega-3-Fettsäuren wichtig für unser Herz sind. Bei einer zusätzlichen Einnahme in Form von Nahrungsergänzungsmitteln müssen jedoch sowohl der aktuelle Index als auch die ausreichende Dosierung beachtet werden. Auf diese Weise lässt sich Omega-3 erfolgreich in der Therapie einsetzen. Die Einnahme von Fischöl bzw. Omega-3-Produkten sollte zudem nicht auf nüchternen Magen, sondern immer kurz vor, während oder nach dem Essen erfolgen. Studien zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren mit einer fettreichen Mahlzeit bis zu 13-mal besser aufgenommen werden als mit einer fettarmen Mahlzeit.²
Inuit und Südländer –gesundes Herz dank Omega-3?
Neben Studien mit Testgruppen gibt es auch breit angelegte Studien unter Inuit und Südeuropäern, die den positiven Ruf von Omega-3-Fettsäuren stützen. Menschen in Regionen mit hohem Fischkonsum werden gesünder älter und leiden seltener an Herzbeschwerden. Dies trifft sowohl auf die im kalten Norden lebenden Inuit als auch auf die Bevölkerung südeuropäischer Regionen wie Kalabrien oder Sardinien zu. Der regelmäßige Verzehr von Fisch, Olivenöl, Hülsenfrüchten, Gemüse, Kräutern und Nüssen sorgt nicht nur für kulinarischen Genuss, sondern unterstützt auch nachweislich Herz und Gefäße. Zahlreiche Studien bestätigen, dass Menschen, die sich entsprechend ernähren, seltener an Herzinfarkt oder Schlaganfall erkranken.
Wildfische sind besonders reich an Omega-3
In Österreich, wie auch in vielen anderen westlichen Ländern, erreicht leider nur ein Bruchteil der Bevölkerung einen angemessenen Omega-3-Index. Ein Mangel an Omega-3 ist in Österreich deutlich weiter verbreitet als ein Überschuss dieser wertvollen Fettsäure. Ein weiterer Aspekt, dem wir Beachtung schenken müssen, ist die Tatsache, dass das Gleichgewicht von Omega-3 zu Omega-6 infolge unserer „modernen Ernährungsweise“ häufig gestört ist. Sowohl die heimische Küche als auch Fisch aus Aquakulturen liefern häufig nicht ausreichend Omega-3. Um die in der Fachliteratur regelmäßig genannte empfohlene Dosis von bis zu 2.000 mg Omega-3 pro Tag im Falle eines Mangels zu erreichen, müssten je nach Fischart bis zu 250 g fettreicher Fisch pro Tag verzehrt werden. Wildfische zeigen einen deutlich höheren Omega-3-Wert als ihre Artgenossen in Gefangenschaft.
Hochwertiges Omega-3 aus Ihrer Apotheke
Zur Deckung des Bedarfs an Omega-3-Fettsäuren bieten sich ergänzende Präparate aus Ihrer Apotheke an, zum Beispiel in Form von Fischöl. Hochwertiges Fischöl wird aus Wildfang kleiner Fische wie Sardinen, Makrelen und Anchovis gewonnen. Dank dieser Fangart verfügt es über einen natürlich hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, insbesondere an EPA. Moderne Verarbeitungsverfahren schützen das Öl vor Oxidation und sorgen für einen angenehm milden Geschmack. Für Veganerinnen und Veganer gibt es Omega-3-Fettsäuren auch auf Basis von Algenöl. Diese pflanzliche Alternative kann ebenfalls die wertvollen Fettsäuren EPA und DHA liefern. Achten Sie nicht nur am Weltherztag, sondern das ganze Jahr über auf Ihr Herz: mit einer ausgewogenen Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, und mit ausreichend Bewegung. Weitere herzensgute Tipps erhalten Sie in jeder Apotheke.
Fakten über das Herz:
Das Herz ist in etwa faustgroß, bei einem Erwachsenen ca. 15 x 10 cm. Bei Neugeborenen entspricht die Größe des Herzens in etwa der einer Walnuss.
Das menschliche Herz wiegt etwa 300 bis 350 Gramm, bei Neugeborenen nur 21 bis 24 Gramm.
Jeden Tag pumpt das Herz bis zu 10.000 Liter Blut durch unsere Gefäße. Durch den Körper eines erwachsenen Menschen laufen netzartig Blutgefäße mit einer Gesamtlänge von ungefähr 100.000 Kilometern!
Beim Lachen entspannen sich die Herzwände und die Blutgefäße weiten sich. Demnach ist durch herzhaftes Lachen eine bessere Durchblutung gewährleistet. Dagegen bewirkt Angst das Gegenteil: Die Gefäße verengen sich und der Blutfluss wird nicht mehr optimal unterstützt.
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