Läuse in der 2C!
„Wir haben Läuse!“ – In kaum einem Kindergarten oder einer Schule des Landes vergeht ein Schuljahr, ohne dass man dieses Schild an der Eingangstür sieht. Wie Sie diese Quälgeister schnellstens loswerden, erfahren Sie hier.
Mama, mein Kopf juckt!“ – Sätze wie dieser lassen bei allen Eltern die Alarmglocken schrillen. Juckreiz ist schließlich das klassische Symptom eines Läusebefalls. Das Wort „Läusebefall“ mag im ersten Augenblick drastisch klingen, doch handelt man tatsächlich nicht schnell genug, besiedeln innerhalb weniger Tage Hundertschaften von Läusen und Nissen einen einzigen (Kinds-)Kopf. Pro Tag kann eine Kopflaus bis zu zehn Eier legen, somit sammeln sich bereits nach kürzester Zeit Hunderte von Nissen auf dem Kopf an. Eben darum zählt bei Läusen wirklich jede Stunde. Da sich nicht jedes Kind intensiv kratzt bzw. oft erst dann zu kratzen beginnt, wenn schon viele größere Läuse in den Haaren sind, ist es gerade jetzt zum Schulstart wichtig, regelmäßig den Kopf der Kinder zu untersuchen.
Die Suche nach der Laus
Während eine erwachsene Kopflaus (2 bis 4 Millimeter groß, flacher Körper, flügellos, graubraune Färbung ) mit freiem Auge relativ gut sichtbar ist, sieht die Situation bei den Nissen und Larven anders aus. Kopfläuse legen ihre Eier (Nissen) meist im Nacken oder hinter den Ohren ab. Diese kleben fest an den Haarwurzeln, meist weniger als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt, und sind ohne Lupe kaum zu erkennen. Wichtig: Während sich Schuppen leicht von der Kopfhaut abstreifen oder abkämmen lassen, kleben Nissen fest am Haar und sind schwer zu entfernen. Nach etwa 6 bis 10 Tagen schlüpfen die Nissen und entwickeln sich zu Larven, die sich stets in der Nähe der Kopfhaut aufhalten. Nach weiteren 9 bis 11 Tagen sind die Larven zu geschlechtsreifen Läusen herangewachsen und können sich selbst vermehren. Erwachsene Kopfläuse bewegen sich auch in den Haarspitzen, um von dort auf einen neuen Wirt zu klettern. Entgegen der landläufigen Meinung können Kopfläuse zwar weder springen noch fliegen, dafür klettern sie bei passender Gelegenheit blitzschnell von einem Haarschopf zum nächsten.
Läuse erfolgreich entfernen
Eines vorweg: Es gibt zwar spezielle Kämme gegen Nissen und Läuse, allerdings dient ein Nissenkamm in erster Linie zur Unterstützung der eigentlichen Behandlung. Nur mit dem Kamm allein erreicht man nämlich niemals sämtliche Gefahrenherde auf dem Kopf. Dasselbe gilt für Hausmittel wie Essig oder Öle. Zwar helfen diese Mittel, Nissen aus den Haaren zu lösen, und sie töten auch tatsächlich einige Parasiten ab. Zur vollständigen Befreiung von allen Quälgeistern taugen diese Hausmittel jedoch nur bedingt. Vorsicht: Wer hier nicht gründlich vorgeht, riskiert, dass die Läuse schon bald zurückkehren! Während man früher häufig zu starken Giften griff, die die Kopfhaut stark belasteten, gibt es heute schonende Anti-Läuse-Mittel, die physikalisch wirken. Sie werden auf die Haare aufgetragen und verstopfen oder verkleben die Atemöffnungen der Läuse sowie die Luftlöcher der Nissen. Dadurch ersticken die Plagegeister innerhalb weniger Minuten und können einfach herausgewaschen werden. Anti-Läuse-Mittel erhalten Sie in jeder Apotheke. Sie sind sowohl gegen ausgewachsene Kopfläuse als auch gegen die heranwachsenden Larven sowie gegen Nissen wirksam. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird eine Nachbehandlung nach acht bis zehn Tagen empfohlen, um alle eventuell noch verbliebenen Läuse und Nissen zu erwischen. Spätestens dann kann das Schild „Wir haben Läuse!“ bis zum nächsten Herbst wieder in der Besenkammer des Hausmeisters verstaut werden.
Laus-Info #1
Warum ist das Problem derzeit besonders groß? Nach abenteuerlichen Sommerferien in Camps und Ferienlagern mit vielen anderen Kindern ist die Gefahr einer Ansteckung deutlich erhöht. Mangelnde Hygiene spielt dabei übrigens kaum eine Rolle. Läusen ist es nämlich völlig egal, ob die Haare frisch gewaschen sind oder nicht – sie interessieren sich ausschließlich für das Blut in der Kopfhaut.
Laus-Info #2
Läuse sind kein reines Kinderproblem! Auch wenn sich unser Text auf Kinder konzentriert, befallen die kleinen Parasiten mitunter auch Erwachsene. Das kommt allerdings eher selten vor, da Erwachsene im Alltag meist mehr Abstand zueinander halten. Kinder hingegen stecken beim Spielen häufig ihre Köpfe zusammen, deshalb treten Kopflausfälle vor allem in Schulen und Kindergärten auf.
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