Das Zahnfleisch ist die Schutzmauer für die Zähne
Es ist kaum einen Millimeter dick, und dennoch strotzt ein gesundes Zahnfleisch nur so vor Kraft. Es gibt den Zähnen Halt und bewahrt uns vor Schmerzen und Leid. Doch es braucht die richtige Pflege, sonst zieht es sich zurück.
Im Idealfall ist unser Zahnfleisch zartrosa und erstreckt sich weit über den Zahnhals. Es liegt eng an den Zähnen an und bietet den Bakterien keine Angriffsfläche. Bildlich gesprochen, ist das Zahnfleisch wie ein Wintermantel, der uns wärmt und uns die eisige, bedrohliche Kälte vom Leib hält. Die wichtigsten Aufgaben des Zahnfleisches sind:
- Schutz vor Bakterien: Die Mundschleimhaut ist ständig Millionen von Mikroorganismen ausgesetzt. Vor diesen schützt das Zahnfleisch das empfindliche Gewebe.
- Abdichtung am Zahn: Das Zahnfleisch bildet eine Art natürliche Dichtung. Das sogenannte Saumepithel verbindet das Zahnfleisch mit der Zahnoberfläche und erschwert es Bakterien, in tiefer liegende Bereiche vorzudringen.
- Schutz des Zahnhalteapparats: Das Zahnfleisch gehört zum Parodontium, dem Zahnhalteapparat. Es schützt die Strukturen, die den Zahn im Kiefer verankern, darunter Fasern und Knochen.
- Abwehr von Entzündungen: Im Zahnfleisch befinden sich zahlreiche Abwehrzellen. Sie sind Teil des Immunsystems und helfen dabei, Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen.
Wenn das Zahnfleisch aus dem Gleichgewicht gerät
Unser Mund beherbergt ein komplexes Mikrobiom, das aus Hunderten verschiedener Bakterienarten besteht. Viele dieser Mikroorganismen sind ein natürlicher Bestandteil eines gesunden Mundraums. Es gibt jedoch auch einige „schlechte“ Bakterien. Zu diesen zählen unter anderem Porphyromonas gingivalis, das als wichtiger Erreger im Zusammenhang mit Parodontitis gilt, sowie Tannerella forsythia, das häufig in tiefen Zahnfleischtaschen vorgefunden wird. Werden diese Bakterien nicht gründlich entfernt, reagiert das Zahnfleisch häufig mit Rötungen, Schwellungen und Blutungen. Besonders tückisch ist, dass sich die Beschwerden oftmals schleichend entwickeln. Gerade im hinteren Mundbereich werden Zahnfleischtaschen oft erst spät erkannt.
Mundgeruch als Warnsignal
Übel riechender Atem hat häufiger mit dem Zahnfleisch zu tun, als man denkt. Verantwortlich für Mundgeruch sind vor allem bestimmte Bakterien, die Eiweiße und andere organische Bestandteile abbauen. Dabei entstehen flüchtige Schwefelverbindungen, die unangenehm riechen. Besonders gute Bedingungen finden diese Bakterien in bakteriellen Belägen, auf der Zunge sowie in entzündeten Bereichen des Zahnfleisches. Die Ursache sitzt also nicht direkt auf den Zähnen, sondern an schwer erreichbaren Stellen.
Kleine Routine, große Wirkung
Zahnfleisch, das einmal zurückgegangen ist oder zerstört wurde, wächst nicht einfach nach. Umso wichtiger ist eine konsequente tägliche Pflege. Neben dem gründlichen Zähneputzen ist für die Zahnzwischenräume ist eine zusätzliche Pflege mit Zahnseide oder Interdentalbürsten erforderlich. Auch die Zunge sollte nicht vergessen werden, denn auf ihrer rauen Oberfläche sammeln sich zahlreiche Bakterien und Beläge, die unter anderem Mundgeruch begünstigen können. Regelmäßige Kontrollen und professionelle Mundhygiene ergänzen die Pflege. Als zusätzliche Unterstützung eignen sich spezielle Zahnfleischtropfen aus der Apotheke. Dank ihrer flüssigen Form verteilen sie sich unkompliziert im gesamten Mundraum und erreichen so auch schwer zugängliche Bereiche.
Spannende Fakten über das Zahnfleisch
- Das Zahnfleisch ist erstaunlich dünn. Je nach Stelle und Person beträgt die Dicke des festen Zahnfleisches häufig etwa 0,5 bis 1,5 Millimeter.
- Das Zahnfleisch verändert sich im Laufe des Lebens messbar und wird mit zunehmendem Alter dünner. Gleichzeitig nimmt die Breite des befestigten Zahnfleisches tendenziell zu.
- Blutendes Zahnfleisch und Mundgeruch sind ein deutliches Alarmsignal.
