Das Immunsystem beginnt in den Atemwegen
Woran denken Sie, wenn Sie sich das Immunsystem bildlich vorstellen? Viele Menschen verbinden es mit einem Organ oder einer Art Schutzschicht. Tatsächlich befinden sich Immunzellen jedoch im gesamten Körper: von der Haut über die Atemwege und die Lunge bis zum Gehirn und zum Herzen.
Heute richten wir unseren Fokus auf die Abwehrfunktion der Atemwege. Hier befinden sich zahlreiche Immunzellen, die in der kalten Jahreszeit besonders gefordert sind, denn mit jedem Atemzug gelangen Viren, Bakterien und andere Partikel in unsere Atemwege. Wir machen rund 20.000 Atemzüge täglich. Dabei werden etwa 9.000 Liter Luft aufgenommen, die befeuchtet und auf Körpertemperatur gebracht werden müssen, bevor sie die Lunge erreichen. Gesunde Atemwege sind somit ein wesentlicher Bestandteil unserer Immunabwehr. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen drei Pflanzen vor, die besonders förderlich für die Abwehrkräfte in den Atemwegen sind.
Ingwer
Ingwer enthält die Scharfstoffe Gingerole und Shogaole. Diese regen die Durchblutung und die Bildung von Atemwegssekret an; dadurch bleibt der Schleim beweglich und kann leichter aus den Atemwegen abtransportiert werden. Gleichzeitig hemmen Gingerole entzündungsfördernde Botenstoffe und schützen die Zellen vor oxidativem Stress. So unterstützen sie die natürliche Reinigungsfunktion der Atemwege, die eine wichtige erste Barriere gegen Viren und Bakterien bilden.
Ashwagandha
Ashwagandha enthält Withanolide. Diese Pflanzenstoffe beeinflussen die Aktivität von Immunzellen und hemmen bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe; gleichzeitig wirken sie antioxidativ. Für die Atemwege ist eine ausgewogene Immunreaktion wichtig: Sie muss eingedrungene Erreger erkennen und bekämpfen, ohne das empfindliche Gewebe durch eine übermäßige Entzündungsreaktion zu belasten. Ashwagandha wirkt auf beide Prozesse ein.
Kurkuma
Kurkuma enthält den Pflanzenstoff Curcumin. Dieser hemmt bestimmte Signalwege, die an der Aktivierung von Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Infolgedessen werden weniger entzündungsfördernde Botenstoffe gebildet. Gleichzeitig fängt Curcumin freie Radikale ab und schützt die Zellen der Atemwege vor oxidativem Stress. So trägt Curcumin zu einer kontrollierten Immunreaktion bei und schützt das Gewebe, während die körpereigene Abwehr aktiv ist.
Wie erkenne ich ein schwächelndes Immunsystem?
Einen Test, der eindeutig auf ein gutes bzw. schwaches Immunsystem hinweist, gibt es leider nicht. Zwar kann anhand von Blutwerten (u. a. Lymphozyten, T-Zellen und Granulozyten) eine Aussage über den akuten Zustand des Immunsystems getroffen werden, doch sind dies nur Momentaufnahmen, die sich in kürzester Zeit schon wieder ändern können. Aus diesem Grund sollten auch Faktoren wie die Anzahl von Infekten, z. B. Erkältungen, Grippe, Durchfall, Blasenentzündungen, Herpes oder Pilzinfektionen, berücksichtigt werden. Ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind ebenfalls häufige Anzeichen einer geschwächten Immunabwehr. Gleiches gilt für Magen-Darm-Probleme.
