Hämorrhoiden loswerden, bevor sie groß werden
Wenn Hämorrhoiden anwachsen, brennt, blutet und juckt es im Analbereich. Auch ein unangenehmes Nässen kommt vor. Wir haben für Sie erforscht, wie Sie ein Hämorrhoidalleiden in den Griff bekommen.
Hämorrhoiden sind per se keine Erkrankung, da wir sie alle benötigen, um unseren Darm „abzudichten“. Erst wenn sich diese Blutgefäße vergrößern, werden sie zum Problem. Schätzungen zufolge leidet jede(r) dritte Erwachsene zumindest vorübergehend an Beschwerden in der Analregion. Doch trotz Jucken, Brennen, Nässen und Bluten ist es den Betroffenen oft unangenehm, über ihr Leiden zu sprechen. Lieber versuchen sie, das Problem „auszusitzen“, aber das geht in den seltensten Fällen gut. Apropos Sitzen: Wer viel und lange sitzt, „setzt“ sich im wahrsten Sinne des Wortes tatsächlich einem erhöhten Risiko aus, an einem Hämorrhoidalleiden zu erkranken. Der Grund: Andauerndes Sitzen belastet den Beckenbereich.
Schwangerschaft und Hämorrhoiden
Eine Schwangerschaft ist die wohl „schönste“ aller möglichen Ursachen für ein Hämorrhoidalleiden; Schätzungen zufolge sind etwa 50 Prozent aller Schwangeren davon betroffen. Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind zwar unangenehm und lästig, aber in der Regel nicht gefährlich. Warum Schwangere öfter betroffen sind, ist (noch) nicht vollends geklärt. Als mögliche Auslöser gelten der Druck des Ungeborenen auf den Blutfluss im Beckenbereich und auf die Blutgefäße im Rektum sowie die hormonellen Veränderungen. Zudem leiden Schwangere häufiger an einer Verstopfung, und diese gilt als eine der Hauptursachen für vergrößerte Hämorrhoiden.
Eine Verstopfung als Übel
Verstopfungen entstehen unter anderem als Folge einer unausgewogenen Ernährung und zu wenig Bewegung. Ist der Stuhl hart und trocken, rutscht er nicht von allein heraus. Das führt zu starkem und anhaltendem Pressen auf der Toilette. Dabei spannt sich die Bauchmuskulatur extrem an, wodurch der Druck im gesamten Beckenraum massiv ansteigt. Dieser hohe Druck presst vermehrt Blut in die Hämorrhoidalpolster, während gleichzeitig der natürliche Blutabfluss blockiert wird. Dadurch schwellen die Gefäße wie kleine Ballons an und verursache ein Hämorrhoidalleiden.
Hämorrhoiden behandeln und vorbeugen
Zögern Sie nicht, mit den Fachkräften in Ihrer Apotheke über Hämorrhoiden bzw. erweiterte Gefäßpolster im Analbereich zu sprechen. Rezeptfreie Salben helfen schnell gegen die Schmerzen sowie gegen das lokale Brennen und Jucken. Zudem unterstützen Hämorrhoidensalben die Regeneration der empfindlichen Haut. Für die behutsame Reinigung stehen Ihnen Waschlotionen zur Verfügung, die säubern und beruhigen. Für unterwegs empfehlen wir, im Falle akuter Probleme stets Reinigungstücher griffbereit zu haben. Natürliche Inhaltsstoffe wie Kamille- oder Ringelblumenextrakte beruhigen die gereizte Haut im Analbereich. Um den Hauptauslöser von Hämorrhoiden, nämlich eine Verstopfung, zu behandeln, erhalten Sie in Ihrer Apotheke rezeptfreie Abführmittel auf natürlicher Basis, die den Stuhl sanft aufweichen und den Stuhlgang erleichtern. Um die Verdauung dauerhaft in Schwung zu halten, ist zudem eine ausreichende Aufnahme von Ballaststoffen (z. B. Flohsamen, Birnen, Kreuzkümmel) hilfreich. Wenn Ihnen dies über die Nahrung nicht gelingt oder Sie aktuell Probleme haben, können Sie ergänzend auf Ballaststofftabletten zurückgreifen.


Info: Wenn man an einem kühlen Herbsttag auf einem Stein oder einer kalten Parkbank sitzt, fühlt es sich am Po oftmals unangenehm an. Dahinter muss jedoch nicht zwangsläufig ein Hämorrhoidalleiden stecken. Solche Beschwerden können beispielsweise auch auf eine Analvenenthrombose hindeuten: Dabei handelt es sich um ein Blutgerinnsel in einer Vene am After, das häufig mit Hämorrhoiden verwechselt wird.
