Virenzeit – Der Weg zu einem starken Immunsystem
In Jules Vernes Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ brauchten Phileas Fogg und sein Diener Passepartout genau 80 Tage, um ihr Ziel zu erreichen. Unser heutiges Ziel wird nicht die Reise um die Welt sein, sondern darin bestehen, das Immunsystem bestmöglich zu stärken. Dies soll deutlich schneller gehen als eine Weltumrundung. Außerdem erklären wir Ihnen, wie die Rotalge Viren abwehren kann. Möge die Reise beginnen!
Das Immunsystem wird häufig als „Schutzschild“ unseres Körpers bezeichnet. Tatsächlich ist es jedoch kein einheitliches Organ, sondern ein komplexes Netzwerk aus unterschiedlichen Zellen und Strukturen, die in verschiedenen Organen spezifische Aufgaben erfüllen (siehe Bild). Ein „sichtbares“ Immunsystem gibt es somit nicht. Man unterscheidet hingegen grob zwischen der unspezifischen Immunabwehr, die bereits von Geburt an vorhanden ist, und der spezifischen Immunabwehr, die sich im Laufe des Lebens entwickelt.
Zwei „Immunsysteme“ – ein Ziel
Die unspezifische Abwehr (das angeborene Immunsystem) reagiert sofort auf Eindringlinge, und zwar unabhängig davon, um welchen Erreger es sich dabei handelt. Zu dieser ersten Abwehrlinie des Körpers gehören unter anderem die Haut, die Schleimhäute, die Tränenflüssigkeit, die Magensäure sowie bestimmte Immunzellen. Die spezifische Immunabwehr (wie zum Beispiel B-Zellen und T-Zellen) wird im Laufe der Zeit „trainiert“, um gezielt gegen bestimmte Bakterien, Viren oder andere Krankheitserreger vorzugehen. Sie „merkt“ sich die Erreger, mit denen der Organismus bereits Kontakt hatte, und bildet ein immunologisches „Gedächtnis“. Dadurch erkranken wir selten ein zweites Mal an dem gleichen Virusstamm. Trotz der Unterschiede in ihrem Aufbau und ihrer Funktionsweise bleibt die Aufgabe der Immunzellen dieselbe: Sie versuchen, Krankheitserreger zu stoppen, um den Körper zu schützen.
Wo ist das Immunsystem?
Während die Hauptdarsteller in „In 80 Tagen um die Welt“ acht verschiedene Verkehrsmittel (Zug, Schiff, Ballon, Elefant, Kutsche, Pferd, Dampfboot und Zweimastschiff) benötigten, um ihre Etappenziele zu erreichen, stellen wir Ihnen nun acht wichtige Körperpartien vor, die uns zu unserem Ziel – einem starken Immunsystem – führen.
Knochenmark
Es ist das zentrale Organ für die Bildung aller Blutkörperchen, einschließlich der Immunzellen, und befindet sich im Inneren der Knochen. Hier entstehen weiße Blutkörperchen, darunter T-Zellen, B-Zellen, Makrophagen und Granulozyten, die für die Immunabwehr zuständig sind.
Thymus
Der Thymus spielt eine entscheidende Rolle bei der Reifung von T-Zellen. Diese sind Teil der spezifischen Immunabwehr, die gezielt gegen Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger vorgeht. Er sorgt dafür, dass T-Zellen lernen, zwischen körperfremden und körpereigenen Zellen zu unterscheiden.
Lymphknoten
Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Organe, die entlang des Lymphsystems verteilt sind. Sie sind entscheidend, um Krankheitserreger schnell zu erkennen und eine Immunreaktion zu starten. Wenn Bakterien oder Viren durch die Lymphe transportiert werden, fangen die Lymphknoten diese ab und aktivieren Immunzellen, die die Erreger eliminieren.
Milz
Die Milz liegt im oberen linken Bauchbereich. Sie filtert das Blut und speichert Immunzellen, die den Körper vor Mikroben schützen. Gelangt ein Krankheitserreger in das Blut, wird er von der Milz sofort erkannt und die entsprechenden Immunzellen werden mobilisiert, um ihn zu bekämpfen.
Atemwege
Sie schützen den Körper vor Keimen und Schadstoffen aus der Luft. Zu ihnen gehören die Nase, der Rachen, der Kehlkopf, die Bronchien und die Lunge. Die Schleimhäute der Atemwege produzieren Schleim, der Krankheitserreger einfängt, sodass diese nicht tiefer in die Lunge gelangen können. Darüber hinaus enthält die Schleimhaut der Atemwege eine Vielzahl von Immunzellen, darunter Makrophagen und neutrophile Granulozyten, die Krankheitserreger erkennen und sofort bekämpfen.
Lunge
In der Lunge gibt es spezialisierte Immunzellen, die Eindringlinge erkennen und abwehren. Makrophagen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie „fressen“ Bakterien und andere Schadstoffe, die in die Lunge eingedrungen sind. Außerdem spielt die Lunge durch die Atmung eine Rolle bei der Beseitigung von Krankheitserregern.
Schleimhäute
Schleimhäute sind der erste Schutzschild des Körpers. Sie verhindern, dass Krankheitserreger tiefer in den Körper gelangen, indem sie die Erreger festhalten und den Körper so vor Infektionen schützen. Wie Sie Ihre Schleimhäute besonders gut vor Viren schützen können, erfahren Sie in unserem Infokasten.
Immunzellen (z. B. T-Zellen, B-Zellen, Makrophagen)
Immunzellen wurden bereits mehrfach erwähnt. Zu den wichtigsten Immunzellen gehören die T-Zellen, die infizierte Zellen zerstören. Die B-Zellen produzieren Antikörper, um Krankheitserreger zu neutralisieren. Makrophagen nehmen Bakterien und andere Fremdstoffe auf und zerstören sie.
Haben Sie ein gutes Immunsystem?
Im Jahr 2026 setzen viele Menschen auf eine ständige Überwachung ihrer Körperfunktionen wie Puls, Blutdruck und Herzschlag mithilfe spezieller Uhren. Das Immunsystem lässt sich leider nicht so einfach überwachen. Folgende Werte geben einen Überblick darüber, wie die Funktion unseres Immunsystems überprüft werden kann:
1. Blutuntersuchung
2. Antikörper messen
3. Impfantwort prüfen
4. T-Zell-Funktion testen
5. Entzündungswerte messen
6. Häufigkeit der Erkrankungen und Heilung von Wunden
Da sich diese Werte jedoch sehr schnell ändern können, ist eine solche Untersuchung für gesunde Menschen im Normalfall nicht besonders aussagekräftig. Viel wichtiger ist es, stets ein Auge auf das Immunsystem zu werfen.
Das Immunsystem stärken
Unser Immunsystem benötigt weniger Pflege, als viele denken. Es braucht vor allem ausreichend Ruhe, wenig Stress, regelmäßige Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung. Auch eine positive Stimmung ist wichtig, damit das Immunsystem optimal funktioniert. Wenn man Faktoren vermeidet, die das Immunsystem schädigen – wie etwa Rauchen, Alkoholkonsum im Übermaß, Feinstaub oder Übergewicht –, ist der Weg zu starken Abwehrkräften geebnet.
Zudem gibt es zahlreiche pflanzliche Mittel, die einen wertvollen Beitrag leisten. Beispiele hierfür sind Ingwer und Kurkuma. Diese enthalten ätherische Öle, Antioxidantien und Gingerol, die das Immunsystem anregen und die Funktion der Atemwege unterstützen. Ashwagandha, auch „Schlafbeere“ genannt, fördert nicht nur die Gesundheit des Atemtrakts, sondern hilft ebenso, den Cortisolspiegel zu regulieren. Dadurch wird Stress abgebaut und das Immunsystem stabilisiert und gestärkt. Wichtige Nährstoffe wie Selen (in Paranüssen, Fisch, Eiern und Vollkornprodukten enthalten) oder Zink (in Fleisch, Meeresfrüchten, Käse und Hülsenfrüchten zu finden) sind ebenfalls unerlässlich für eine starke Immunabwehr.
Insbesondere in jenen Zeiten, in denen unser Immunsystem sehr stark gefordert ist, wie es die kalten und virenreichen Wochen des Winters sind, empfehlen wir Ihnen, reichlich der oben genannten Immunstärker aufzunehmen. Diese sind auch in Form von Brausetabletten oder als Kapseln in der Apotheke Ihres Vertrauens erhältlich.