Wunden heilen, in 8 Episoden
Der goldene Herbst steht vor der Tür. Er erwartet uns mit farbenprächtigen Blättern, klarer Luft und hoffentlich perfekten Bedingungen für ausgedehnte Wanderungen und sportliche Unternehmungen. Sollte Ihnen dabei ein Stein im Weg stehen, Sie von einem Tier attackiert werden oder ein kleiner Moment der Unachtsamkeit zu einem Unfall führen, finden Sie hier die wichtigsten Tipps zur Wundversorgung.
Was verzögert die Wundheilung?
Manche Wunden heilen nur langsam. Häufige Gründe sind Diabetes oder Durchblutungsstörungen, die die Sauerstoffversorgung im Gewebe einschränken. Auch Rauchen wirkt sich negativ auf die Wundheilung aus, weil es die Gefäße verengt. Achten Sie zudem auf eine ausgewogene Ernährung. Der Körper benötigt ausreichend Eiweiß und Zink sowie die Vitamine C und A, um neues Gewebe aufzubauen.
Die Wunde richtig versorgen:
Spülen Sie die Wunde vorsichtig mit sauberem Wasser (am besten Trinkwasser).
Entfernen Sie größere Schmutzpartikel, Steine oder Splitter mit einer desinfizierten oder sterilen Pinzette. Sitzt ein Fremdkörper jedoch tief in der Wunde, suchen Sie bitte ärztliche Hilfe auf – durch eigenständiges Entfernen könnten Sie die Verletzung verschlimmern.
Desinfizieren Sie die Wunde rasch, idealerweise mit einem breit wirksamen und zugleich gewebeschonenden Präparat. Ein bewährter Wirkstoff ist Povidon-Iod. Er wirkt umfassend gegen Pilze, Bakterien, Sporen, Viren und bestimmte Einzeller (Protozoen).
Wunde verbinden?
Nicht jede Wunde muss verbunden werden. Kleine Kratzer oder Abschürfungen können durchaus offen verheilen. Größere Abschürfungen sollten hingegen mit einem Verband geschützt werden. Achten Sie jedoch darauf, dass dieser nicht
mit der Wunde verklebt.
Bessere Regeneration dank feuchtem Milieu
Zur Unterstützung der Heilung erhalten Sie in Ihrer Apotheke moderne Wundgels für die sogenannte „feuchte Wundheilung“. Diese Gels verbessern die Heilung, fördern das Wachstum von neuem Gewebe und unterstützen das spätere Hautbild – insbesondere in Bezug auf Elastizität und Flexibilität. Solche Präparate kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn sich die Wunde bereits geschlossen hat und die Phase des Gewebeaufbaus beginnt. Die liposomale Formel mit Dreifachwirkung hält die Wunde feucht und beschleunigt die Regeneration.
Phasen der Wundheilung
1. Phase: Wundverschluss
Unmittelbar nach der Verletzung füllt sich die Wunde mit Blut und Gewebswasser. Nach kurzer Zeit gerinnt das Blut, die Blutung wird gestoppt und der Heilungsprozess beginnt.
2. Phase: Reinigung und Heilung
Ihr körpereigenes Abwehrsystem arbeitet nun auf Hochtouren. Es beseitigt Keime und abgestorbenes Gewebe.
3. Phase: Wiederherstellung der intakten Haut
Sind alle Krankheitserreger beseitigt, kann sich der Körper ganz auf den Wiederaufbau konzentrieren. Es werden neue Blutgefäße und Kollagenfasern gebildet. Auch äußerlich verkleinert sich die Wunde langsam. Ob eine Narbe zurückbleibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Tiefe der Wunde.
Bei Verstauchungen:
Bei Verletzungen des Bewegungsapparates hilft das PECH-Schema als einfache Eselsbrücke für die richtige Erstversorgung:
P wie Pause: Unterbrechen Sie jede körperliche Aktivität und lassen Sie die Verletzung ärztlich abklären.
E wie Eis: Kühlen Sie die betroffene Stelle mit Eis, Eiswasser oder einem Kühlpad.
C wie Compression: Legen Sie bei Bedarf einen elastischen Druckverband an – mit mäßigem Druck.
H wie Hochlagern: Lagern Sie das verletzte Körperteil möglichst über Herzhöhe.
Sonderfall: Bisswunden
Tierbisse sollten Sie immer ärztlich versorgen lassen. In der Maulflora befinden sich zahlreiche Bakterien, die in die Wunde eindringen und eine Infektion auslösen können. Die Wunde wird in der Regel offen behandelt, damit Keime abfließen können. Je nach Verletzung kann auch eine Auffrischung der Tetanusimpfung erforderlich sein.
Tetanus-Impfung
Tetanusbakterien kommen fast überall vor: in Erde, Staub, Tierkot oder auf einem rostigen Nagel. Besonders bei tieferen oder verschmutzten Wunden droht eine Infektion. Liegt Ihre letzte Tetanusimpfung länger zurück, sollten Sie diese bei Verletzungen auffrischen lassen. Noch besser ist es, Ihren Impfschutz regelmäßig kontrollieren zu lassen. Idealerweise wissen Sie, wann Ihre letzte Impfung war – oder Sie haben Ihren Impfpass dabei.
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