Urlaubsstress? Mein Magen bleibt im Gleichgewicht!

Wir befinden uns inmitten der heißesten Zeit des Jahres, und das bedeutet ebenso Reisezeit. Ob zur Sommerfrische in den Bergen oder doch lieber weit entfernt am Strand – Reisen schlägt oftmals auf den Magen. Damit Durchfall, Bauchschmerzen oder eine Verstopfung nicht die schönsten Tage des Jahres verderben, haben wir die besten Tipps für Sie erforscht.

Während manche Menschen scheinbar immer und überall alles essen können, ohne Darmprobleme zu entwickeln, bekommen andere bereits nur beim Anblick exotischer Speisen Magenbeschwerden. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Zusammenspiel zwischen Darm und Gehirn, auch vegetatives Nervensystem genannt. Diese Verbindung ist sehr eng: Emotionen, Stress oder Anspannung wirken sich direkt auf die Darmbewegung aus. Die Darmflora trägt ebenso zur Empfindlichkeit bei: Wenn das Gleichgewicht der Darmbakterien zum Beispiel nach Infekten, der Einnahme von Antibiotika oder ungewohnter Ernährung gestört ist, kann der Darm sensibler reagieren und es treten leichter Verdauungsbeschwerden auf. Gerade zur heißen Sommer- und Reisezeit ist unser Magen-Darm-System (siehe Kasten) zudem mit vielen weiteren Herausforderungen konfrontiert.

Das belastet Magen und Darm

Der Magen-Darm-Trakt ist insgesamt etwa sieben bis neun Meter lang und bildet das Verdauungssystem des Menschen. Auf diesem Weg wird die Nahrung zerkleinert und verdaut, Nährstoffe werden vom Körper aufgenommen und die Abfallstoffe schließlich ausgeschieden. Magen, Dünndarm und Dickdarm arbeiten eng zusammen, um den Körper täglich mit Energie und wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Folgende Faktoren setzen dieses sensible System allerdings unter Stress:

Reisen und lange Anfahrten: Stundenlanges Sitzen im Auto, Zug oder Bus verlangsamt die Verdauung deutlich. Infolge der eingeschränkten Bewegung wird die Darmtätigkeit träger, wodurch vor allem Völlegefühl und Verstopfung begünstigt werden.

Flugreisen: Fliegen bedeutet für den Körper eine besondere Belastung. Stress, ungewohnte Abläufe und Druckveränderungen in der Kabine belasten so manches Verdauungssystem. Gase im Darm dehnen sich in großer Höhe stärker aus, wodurch Blähungen und ein unangenehmes Druckgefühl möglich sind.
Stress: Dieser gehört zu den häufigsten Auslösern von Verdauungsbeschwerden im Urlaub. Das Zusammenspiel von Magen und Darm wird bereits durch die Reisevorbereitungen, den Zeitdruck oder ungewohnte Situationen beeinflusst. Die Folge sind häufig Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung.

Ungewohnte Speisen: Im Urlaub wird meistens etwas anderes gegessen als zu Hause, und neue Gewürze, fettige Speisen oder unbekannte Lebensmittel stellen die Verdauung vor Herausforderungen. Magen und Dünndarm müssen sich erst an die ungewohnte Kost anpassen.

Hitze: Hohe Temperaturen belasten den Körper insgesamt und wirken sich auch auf die Verdauung aus. Vor allem bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr wird dem Stuhl im Dickdarm mehr Wasser entzogen, wodurch er fester und eine Verstopfung begünstigt wird.

Sport und Bewegung: Bewegung unterstützt grundsätzlich die Verdauung und wirkt sich positiv auf den Darm aus. Sehr intensive oder ungewohnte körperliche Aktivität kann jedoch insbesondere bei großer Hitze den Magen-Darm-Trakt kurzfristig belasten.

Hygiene/Reisedurchfall: Ungewohntes Trinkwasser, Eiswürfel, ungewaschenes Obst oder mangelnde Küchenhygiene können im Urlaub schnell zu Magen-Darm-Infektionen führen. Dabei reagieren vor allem Dünn- und Dickdarm empfindlich, was sich häufig in Durchfall, Bauchkrämpfen und allgemeinem Unwohlsein äußert.

Veränderter Tagesrhythmus: Andere Essenszeiten, spätes Essen oder ein Jetlag bringen die innere „Verdauungsuhr“ aus dem Gleichgewicht. Magen und Darm sind jedoch auf regelmäßige Abläufe eingestellt, deshalb führen Veränderungen vorübergehend zu Völlegefühl, Appetitlosigkeit oder unregelmäßigem Stuhlgang.

Pflanzliche Helfer für Magen und Darm

Heilpflanzen haben sich bei Magen-Darm-Problemen als bewährte Unterstützung erwiesen. Bei stressbedingten Beschwerden werden vor allem Hopfen und Pfefferminze eingesetzt. Während Hopfen das vegetative Nervensystem beruhigt, wirkt Pfefferminze entspannend und krampflösend. Zur Anregung von Appetit und Magenfunktion werden häufig Enzian, Zimt und Bitterorange verwendet. Enzian enthält Bitterstoffe, die die Verdauung anregen und bei Appetitlosigkeit helfen. Zimt unterstützt die Verdauung und wirkt Völlegefühl sowie Blähungen entgegen. Auch die Bitterorange wirkt auf den Verdauungsprozess ausgleichend und anregend. Kümmel ist eine der wichtigsten Pflanzen bei Blähungen und Krämpfen; sein ätherisches Öl wirkt entkrampfend und lindert Beschwerden im Darm. Pfefferminze trägt mit ihrer entspannenden Wirkung auf die Darmmuskulatur ebenfalls dazu bei. Zur Unterstützung der Verdauung wird vor allem Löwenzahn eingesetzt: Seine Bitterstoffe regen die Bildung von Verdauungssäften über Leber und Galle an und verbessern somit die gesamte Verdauungsleistung.

 

Weitere Tipps für eine beschwerdefreie Reise
1. Geruchstricks gegen Übelkeit
Bestimmte Düfte haben eine beruhigende Wirkung. Besonders Zitrone oder Pfefferminze werden häufig als angenehm und stabilisierend empfunden. Ein Dufttuch oder ein Tropfen ätherisches Öl ist unterwegs, etwa im Flugzeug oder im Auto, hilfreich.

2. Kälteimpuls an den Handgelenken
Kühle Reize an den Handgelenken oder im Nacken beeinflussen das vegetative Nervensystem und haben eine beruhigende Wirkung. Ein kaltes Tuch oder eine kühle Wasserflasche wirkt oft stabilisierend, wenn der Magen durch Hitze oder Stress empfindlich reagiert.

3. Den „Reisedarm“ durch Bitterstoffe „vorbereiten“
Bitterstoffe, etwa aus Kräutertees oder speziellen Pflanzenextrakten, können die Verdauung sanft anregen, wenn sie vor der Reise eingenommen werden. Der Magen wird so auf eine regelmäßige Aktivität eingestellt und reagiert oft weniger empfindlich auf ungewohnte Kost.

4. Regelmäßig essen
„Ein leerer Magen ist ein schlechter Ratgeber“, soll Albert Einstein, einer der größten Wissenschaftler aller Zeiten, einmal gesagt haben. Und recht hatte er! Ein leerer Magen ist nämlich problematisch, weil die ständig produzierte Magensäure ohne Nahrung als Puffer die Schleimhaut direkt angreift. Zudem fällt der Blutzuckerspiegel ab, wodurch es zu Leistungsschwäche, Schwindel und Konzentrationsstörungen kommen kann. Heutzutage sagt man, man sei hangry – eine Kombination aus den englischen Wörtern hungry (hungrig) und angry (grantig).

5. Hygiene beachten
Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände und Finger mit Seife, besonders vor dem Essen. Ungekochte Speisen (zum Beispiel auf Märkten) sollten nicht mit den Händen berührt werden. Eine weitere Gefahr lauert im Glas: Mit Eiswürfeln gekühlte Getränke können schnell zu Magenproblemen führen. Wer aus einer Dose trinkt, sollte den Rand gründlich säubern, denn dort lauern oft viele Bakterien.

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