Schmerzen lindern, Wunden heilen, Narben vermeiden
Über 800.000 Verletzungen werden jährlich in Österreichs Krankenhäusern behandelt. Wundbehandlungen ohne Krankenhausaufenthalt gibt es mehrere Millionen. So lindern Sie schnell den Schmerz und fördern die Wundheilung.
Eine adäquate Erstversorgung ist entscheidend dafür, wie schnell und unkompliziert die Heilung verläuft. Dabei gibt es einiges zu beachten. Wärme mag zwar im Falle von Bauchbeschwerden und vielen anderen Leiden angenehm wirken, bei Wunden schadet sie jedoch meist, weil sie die Durchblutung zusätzlich anregt. Dadurch können sich Schwellung und Entzündung verstärken. Was man noch alles in Sachen Wundheilung beachten soll, erfahren Sie in den folgenden vier Schritten. Wichtig: Stark blutende Wunden, Wunden nach Tierattacken oder Verletzungen, bei denen Gegenstände (z. B. Glas- oder Holzsplitter) eingedrungen sind, müssen ärztlich versorgt werden.
1. Reinigen und Desinfizieren
Eine gründliche Reinigung ist der erste Schritt jeder Wundversorgung. Das Ziel besteht darin, Schmutz, Fremdkörper und Keime aus der Wunde zu entfernen. In vielen Fällen reicht dazu sauberes, fließendes Wasser aus. Je nach Wundart kann im Anschluss eine Desinfektion sinnvoll sein, insbesondere bei stärker verschmutzten oder infektionsgefährdeten Verletzungen.
2. Kühlen in der akuten Phase
Direkt nach einer Verletzung leiden Betroffene oft unter starken Schmerzen. Eine rasche Schmerzlinderung ist somit ein wesentlicher Teil der Wundbehandlung. Kühlen hilft! Durch die Verengung der Blutgefäße tritt weniger Flüssigkeit ins Gewebe aus, sodass Schwellungen reduziert werden. Gleichzeitig wird die Nervenleitung verlangsamt, wodurch der Schmerz reduziert wird. Moderne Wundgels können diesen Effekt zusätzlich unterstützen, da ihre leichte Gelstruktur einen kühlenden Effekt auf der Haut erzeugt und so das Schmerzempfinden positiv beeinflusst.
3. Feuchte Wundheilung und Unterstützung der Regeneration
Eine optimale Wundheilung findet in einem leicht feuchten Milieu statt. Dadurch können sich die Hautzellen besser bewegen und das Gewebe regeneriert sich schneller. Ebenso entscheidend ist der pH-Wert der Wunde. Gesunde, unverletzte Haut ist leicht sauer und hat einen pH-Wert von etwa 4,5 bis 5,5. Diese sogenannte „Säureschutzbarriere“ hilft dabei, Krankheitserreger abzuwehren. Bei einer frischen Wunde verschiebt sich der pH-Wert zunächst in den neutralen bis leicht basischen Bereich (etwa 7 bis 8). In dieser Phase ist die Wunde anfälliger für Keime. Wundgels aus Ihrer Apotheke regulieren den Feuchtigkeitshaushalt der Wunde und optimieren den pH-Wert.
4. Narbenpflege nach dem Wundverschluss
Sobald die Haut verheilt ist, beginnt die Phase der Narbenreifung. Das neu gebildete Gewebe ist anfangs empfindlich und wird im weiteren Verlauf umgebaut. Das Ziel der Narbenpflege besteht darin, das Gewebe geschmeidig zu halten und eine möglichst unauffällige Narbe zu fördern. Zur Vermeidung von Narben gehören eine regelmäßige Pflege, sanfte Massagen, Salben sowie der Schutz vor Spannung. Eine gute Versorgung in den frühen Heilungsphasen kann die spätere Narbenbildung positiv beeinflussen.
APOVITAL-Tipps bei Wunden
Auf die Temperatur achten: Ein überhitzter Wundbereich, beispielsweise durch dicke Kleidung, Sport oder eine warme Umgebung, kann das Gewebe aufweichen und die Heilung verlangsamen.
UV-Licht: Frische und auch bereits geschlossene Wunden sollten konsequent vor UV-Strahlung geschützt werden, da sich Narben sonst dauerhaft dunkler verfärben können. Besonders in den ersten Monaten reagiert das neue Gewebe sehr empfindlich auf Sonne.
Weniger ist mehr: Eine gut versorgte Wunde braucht keine ständige „Pflege-Optimierung“. Häufiges Nachsehen, Wechseln oder die Anwendung zusätzlicher Produkte gefährden die Wundheilung oftmals mehr, als dass sie nutzen würden.