Schlaf ist (reine) Nervensache

Ob nackt oder im Pyjama, mit offenem Fenster oder bei kuscheliger Wärme, auf dem Rücken, der Seite oder dem Bauch … Schlafgewohnheiten gibt es viele, doch eines bleibt immer gleich: Nur mit entspannten Nerven ruht man gut.

 

Hatten Sie eine gute Nacht? Leider antworten immer weniger Österreicherinnen und Österreicher auf diese Frage mit „Ja“. Die Gründe für schlechten Schlaf sind sehr vielfältig. Sorgen um die Gesundheit oder die finanzielle Zukunft stehen dabei ganz oben auf der Liste. Auch die Angst vor Jobverlust oder davor, Opfer einer kriminellen Handlung zu werden, raubt vielen Menschen den Schlaf. Ebenso häufig führen Beziehungsprobleme, familiäre Herausforderungen und anhaltender Stress zu schlaflosen Stunden. Ein weiterer Auslöser für unruhige Nächte ist Einsamkeit.

Einsam schläft sich’s schlechter

Für manche Menschen mag diese Nachricht überraschend kommen, schließlich hört man immer wieder, dass der schnarchende Partner bzw. die schnarchende Partnerin die Nacht zur Qual macht. Doch anscheinend ist es immer noch besser, mit einem manchmal störenden Partner das Bett zu teilen, als allein zu schlafen. Eine Schlafstudie besagt nämlich, dass einsame Menschen zwar nicht unbedingt weniger schlafen, die Schlafqualität jedoch darunter leidet. Stress und Belastungen, die Einsamkeit auslösen, spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Dabei haben Betroffene Probleme beim Ein- und/oder Durchschlafen und fühlen sich tagsüber müde und erschöpft. Doch ob allein oder nicht – wie gut man schläft, liegt vor allem an den Nerven.

Warum Schlafen Nervensache ist

Schlafen ist eine „Nervensache“, da unser Schlaf maßgeblich vom Nervensystem gesteuert wird. Insbesondere der Hypothalamus und das retikuläre Aktivierungssystem im Gehirn bestimmen, wann wir müde werden, einschlafen und wieder aufwachen. Gleichzeitig sorgt das Nervensystem dafür, dass wir die verschiedenen Schlafphasen durchlaufen. Diese sind entscheidend für Erholung, Gedächtnis und emotionale Verarbeitung. Dieses fein abgestimmte System reagiert empfindlich auf anhaltenden Stress, Ängste und Sorgen. Der Körper produziert dann vermehrt Cortisol, ein Hormon, das wach hält und die Bildung von Melatonin hemmt. Die Folge sind ein oberflächlicher Schlaf, häufiges Aufwachen und weniger erholsame Tiefschlafphasen.

Schlafprobleme und deren Folgen

Wer nachts lange wach liegt, mehrmals aufwacht oder bereits erwacht, lange bevor der Hahn kräht, hat nicht einfach nur schlecht geschlafen. Mangelnder Schlaf hat viele Folgen. Schläft man nur eine Nacht schlecht, sind Reaktionszeit und Aufmerksamkeit ähnlich beeinträchtigt wie bei einem Blutalkoholspiegel von 0,3–0,5 ‰. Man ist langsamer, unaufmerksamer und macht eher Fehler. Zudem ist man gereizt, die Lust lässt nach und das Immunsystem leidet. Oftmals enden Schlafprobleme in einem Teufelskreis aus Stress, Ängsten, Sorgen und nervlichen Beschwerden.

Innere Ruhe sorgt für die beste Nachtruhe

Um die Nerven zu beruhigen und leichter einzuschlafen, helfen neben Entspannung auch homöopathische Mittel. Wirkstoffe wie Strychnos ignatii (Ignatiusbohne) und Cypripedium calceolus var. pubescens (Frauenschuh, eine Orchideenart) werden traditionell bei nervlicher Anspannung und innerer Unruhe eingesetzt. Sie wirken sanft beruhigend und unterstützen das Einschlafen. Zusätzlich kann das Nervensystem durch einfache Maßnahmen entlastet werden: Eine feste Abendroutine, ruhige Aktivitäten wie Lesen oder sanftes Dehnen, Tiefenatmung oder eine kurze Meditation sowie eine ruhige und dunkle Schlafumgebung signalisieren dem Körper, dass es Zeit zum Entspannen ist. Auch regelmäßige Schlafzeiten helfen dem Gehirn, den natürlichen Rhythmus zu halten.

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