Husten verstehen und lindern

Trockener Husten, Räuspern, Keuchhusten, hackender Husten, produktiver Husten, Reizhusten, bellender Husten – es gibt verschiedene Arten von Husten, die sich oft im Verlauf einer Erkrankung ändern können. So werden Sie ihn schnell los!

Husten (lat. Tussis) kann schmerzhaft sein, als unhöflich wahrgenommen werden und trägt zur Verbreitung von Viren bei. Schließlich werden dabei unzählige Krankheitserreger mit hoher Geschwindigkeit – oft über 100 km/h – aus dem Mund geschleudert. Besonders in der kalten Jahreszeit sind viele von uns von dieser lästigen Plage betroffen. Weniger bekannt ist jedoch, dass Husten eigentlich ein natürlicher Reflex des Körpers ist, um unerwünschte Fremdkörper und Reizstoffe schnell aus den Atemwegen zu entfernen.#

Warum wir bei Krankheiten husten

Auch bei Erkältungen und anderen Atemwegserkrankungen ist die Tussis allgegenwärtig. Denn wenn Krankheitserreger tief in die Atemwege gelangen, greifen sie dort die Schleimhäute an und lösen Entzündungen aus. Diese wiederum führen zu einer vermehrten Produk­tion von zähem Schleim, der die natürlichen Reinigungssysteme der Atemwege überfordert. Der Schleim staut sich an, reizt die Atemwege und löst einen Hustenreiz aus mit dem Ziel, ihn zu entfernen. Gerade am Anfang einer Erkältung hustet man jedoch meist vergebens. Wir schauen uns nun die typische Entwicklung der Beschwerden bei einer Erkältung an.

  • Es beginnt mit einem Hustenreiz

Zunächst spüren Sie vielleicht ein Kratzen im Hals und der Hustenreiz setzt ein. Die Tussis ist zu Beginn trocken und unangenehm, ohne dass Schleim abgehustet wird. Besonders nachts kann das die Ruhe stören. Trockener Reizhusten ist oft schmerzhaft, da die Schleimhäute stark beansprucht werden. Trinken Sie in dieser Phase viel, vor allem warme Flüssigkeiten wie Tee, oder nehmen Sie eine leichte Suppe zu sich – beides beruhigt den Hals. Auch das Raumklima spielt eine wichtige Rolle: Zu trockene Luft reizt die Schleimhäute zusätzlich.

  • Der Husten wird festsitzend

Nach einigen Tagen haben sich die Beschwerden meist „festgesetzt“. Das bedeutet, dass die Schleimproduktion verstärkt wird, allerdings ist der Schleim anfangs noch zäh und lässt sich schwer abhusten. Obwohl dieser Husten anhaltend ist, gilt er als „unproduktiv“, da er die Atemwege noch nicht ausreichend befreit.

  • Der Husten wirkt befreiend

In der letzten Phase lockert sich der Schleim zunehmend, sodass er schließlich abgehustet werden kann. Was zuvor unproduktiv war, wird nun produktiv. Die Hustenattacken sind nicht mehr so quälend, sondern werden vielmehr als befreiend empfunden, da der überschüssige Schleim aus den Bronchien transportiert wird.

Erleichtern Sie Ihrem Körper das Abhusten

Ein Husten verschwindet nicht von heute auf morgen, doch Sie können Ihrem Körper dabei helfen, die Beschwerden zu lindern, die Krankheitserreger schnell loszuwerden und das Immunsystem zu stärken. Ein wichtiger Schritt ist, den Schleim zu verflüssigen, damit er leichter abgehustet werden kann und die Atemwege sich schneller befreien. Der Bronchialschleim besteht aus einem komplexen Netzwerk langer Molekülketten, das ihn zäh und schwer löslich macht. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Acetylcystein (ACC) helfen dabei, den Schleim zu verflüssigen, da sie eine schleimlösende Wirkung haben. Der flüssigere Schleim lässt sich dann leichter abhusten, und die Atemwege werden effektiv befreit. Produkte mit diesem Wirkstoff erhalten Sie rezeptfrei in Ihrer Apotheke.

 

Vorsicht: Nehmen Sie niemals gleichzeitig einen Hustenstiller und einen Hustenlöser ein! Ein Hustenstiller unterdrückt den Hustenreflex, der notwendig ist, um den Schleim aus den Atemwegen zu befördern.

 

Bild: shutterstock

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