Fruchtige Vitamine in der Schultasche
Wir wissen, wie wichtig Vitamine sind. Doch was genau sind Vitamine eigentlich? An welchen mangelt es und in welchen Lebensmitteln sind besonders viele enthalten? Wir klären auf!
Die Bedeutung von Vitaminen wird einem buchstäblich bereits in die Wiege gelegt. Sowohl medizinisches Fachpersonal als auch Verwandte und Bekannte haben unzählige Vorschläge parat, wie das Neugeborene ideal mit allen Vitaminen versorgt wird. In den ersten Wochen hängt die Vitaminversorgung der neuen Erdenbürger ausschließlich von den Eltern, insbesondere von der Mutter, ab. Mit ihren über 200 Bestandteilen stellt die Muttermilch eine gute Versorgung für die meisten Kinder sicher. Muttermilch enthält bei allen Frauen grundsätzlich die gleichen Bestandteile, dennoch ist zu betonen, dass die Konzentrationen der einzelnen Substanzen stark von der Ernährungsweise der Mutter abhängen. Auch in den ersten Lebensjahren liegt die Verantwortung für die Vitaminzufuhr natürlich insbesondere bei den Eltern. Obwohl man überall von der Bedeutung der Vitamine hört, ist das Wissen darüber leider oftmals stark begrenzt, weshalb Mängel entstehen können.
Was sind Vitamine eigentlich?
Vitamine sind mikroskopisch kleine Moleküle, die bereits in winzigen Konzentrationen (Milligramm und weniger) eine große Wirkung im Körper entfalten. Sie sind unerlässlich für die Aufnahme, Verarbeitung und Synthese von Nährstoffen. Ebenso sorgen sie für körperliche und geistige Fitness. Ein einzelnes Vitamin kann an Tausenden verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt sein. Gleichzeitig arbeiten Vitamine auch zusammen und können sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir mit allen notwendigen Vitaminen ausreichend versorgt sind. Bei den 13 bekannten Vitaminen unterscheidet man zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen. Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K werden insbesondere zusammen mit fetthaltigen Nahrungsmitteln aufgenommen. Da sie in den Fettdepots des Körpers gespeichert werden, müssen sie nicht täglich konsumiert werden. Anders verhält es sich bei den wasserlöslichen Vitaminen. Die B-Vitamine (ausgenommen Vitamin B12) und Vitamin C werden kaum gespeichert und müssen daher regelmäßig (idealerweise täglich) zugeführt werden. Nur Vitamin D kann der Mensch dank der Sonne selbst herstellen; alle anderen Vitamine müssen über die Nahrung aufgenommen werden.
Vitaminreiche Lebensmittel
Vitamin A ist beispielsweise in der Leber, in Karotten, Süßkartoffeln und grünem Blattgemüse reichlich enthalten. Vitamin D befindet sich vor allem in fettem Seefisch wie Lachs oder Hering. Pflanzliche Öle, Nüsse und Avocados enthalten viel Vitamin E, während Vitamin K vor allem in grünem Gemüse wie Grünkohl und Brokkoli vorkommt. Die B-Vitamine stecken überwiegend in tierischen Produkten, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Eiern. Besonders reich an Vitamin B12 ist die Leber, aber auch Fisch, Fleisch und Milchprodukte tragen zur Versorgung bei. Vitamin C ist vor allem in frischem Obst und Gemüse enthalten, beispielsweise in Paprika, Hagebutten, Sanddorn oder Zitrusfrüchten.
Fehlende Vitamine
Die Datenlage zur Vitaminversorgung in Österreich ist lückenhaft, doch Studien deuten auf häufige Defizite bei einigen Vitaminen hin. Insbesondere Vitamin D, B1 (Thiamin), B2, B9 (Folat), Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A), Vitamin K und mit fortschreitendem Alter auch Vitamin C fehlen im Organismus von vielen Österreicherinnen und Österreichern. Neben einer einseitigen Ernährung sind Unverträglichkeiten sowie der Mangel an frischen Nahrungsmitteln ein Problem. Jeder Tag, den Gemüse oder Obst in einem Lkw oder in einer Halle gelagert wird, reduziert den Vitamingehalt. Die Folgen eines Vitaminmangels reichen von Konzentrationsproblemen und ständiger Müdigkeit bis hin zu einem geschwächten Immunsystem mit einer höheren Infektanfälligkeit. Um dem vorzubeugen, erhalten Sie in Ihrer Apotheke wohlschmeckende Säfte bzw. Lutschtabletten. Gerade für Kinder gilt, dass in jeder Schultasche Platz für Vitamine reserviert sein soll. Denn mit ausreichend Vitaminen steht einem erfolgreichen und entspannten Schulstart nichts im Wege.
Info: Dass es Vitamine gibt und welche Bedeutung
sie haben, ist noch gar nicht lang bekannt.
Vitamin C, auch Ascorbinsäure genannt, wurde
erst Anfang des 20. Jahrhunderts von dem
Ungarn Albert Szent-Györgyi entdeckt.
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