Frischer Atem statt Mundgeruch

Die Ursache für einen beißenden Mundgeruch sind meist Bakterien, die sich auf der Zunge, zwischen den Zähnen und in den Zahnfleischtaschen festsetzen. Mit unseren Tipps wird Ihr Atem wieder frisch.

Mundgeruch (lateinisch: Foetor ex ore; wörtlich: „übler Geruch aus dem Mund”) ist ein sehr tückisches Problem. Denn oftmals erkennt die betroffene Person selbst lange Zeit gar nicht, dass aus ihrem Mund ein übler Geruch entweicht. Der Grund dafür ist ein angeborener Schutzmechanismus des Körpers, die sogenannte olfaktorische Adaptation. Diese „Geruchsblindheit“ entsteht, weil das Gehirn den dauerhaften Reiz als irrelevant einstuft. Die Riechzellen gewöhnen sich gewissermaßen an den Mundgeruch und fokussieren sich auf andere, potenziell gefährliche Gerüche (Chlor, Brandgeruch etc.). Bei unseren Mitmenschen hingegen kommt der eigene Mundgeruch sehr wohl an und aktiviert die dortigen Riechzellen, denn der Schwefelgeruch aus dem Mund anderer bedeutet für unsere Riechzellen: „Achtung, da stimmt etwas nicht!“

Wie entsteht der üble Geruch?

Mundgeruch entsteht in erster Linie durch Bakterien in der Mundhöhle. Diese bauen organische Bestandteile ab, die sich im Mund befinden. Dazu gehören beispielsweise Speisereste, abgestorbene Zellen sowie Eiweißbestandteile aus Speichel und Gewebe. Beim Abbau entstehen verschiedene flüchtige Stoffe, die wir als Mundgeruch wahrnehmen. Leichter Mundgeruch ist bis zu einer Entfernung von etwa 50 Zentimetern wahrnehmbar, starker Mundgeruch bis zu zwei Metern. Danach sinkt der Anteil der riechenden Moleküle – meist Schwefelverbindungen – und die Luft wird wieder frisch und rein.

Vorsicht bei Zahnfleischtaschen

Gesundes Zahnfleisch liegt eng am Zahn an. Entzündet es sich jedoch, verändert sich diese Verbindung und es entstehen Zahnfleischtaschen (siehe Bild). In diesen sammeln sich Bakterien, Essensreste und Gewebereste an. Mögliche Folgen sind Mundgeruch, Entzündungen und mit der Zeit sogar lockere Zähne. Vorsicht: Versuchen Sie nicht, die Zahnfleischtaschen durch zu kräftiges Putzen zu reinigen, da das Zahnfleisch dadurch weiter geschädigt werden kann. Tiefe, entzündete Zahnfleischtaschen sind zudem mehr als nur ein lokales Problem, da bei einer Parodontitis Bakterien und bakterielle Bestandteile aus dem entzündeten Gewebe in die Blutbahn gelangen und so das Herz-Kreislauf-System belasten.

Mundgeruch erfolgreich behandeln

Wenn Sie unter Mundgeruch leiden und bereits Zahnfleischtaschen erkennbar sind, sollten Sie einen Zahnarzttermin vereinbaren. Eine sorgfältige Mundpflege kann dabei helfen, unangenehmen Mundgeruch zu lindern und die Mundgesundheit zu unterstützen. Dazu gehören neben dem regelmäßigen Zähneputzen auch die gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume und der Zunge. In der Apotheke gibt es dafür verschiedene Produkte, darunter auch Tropfen mit Inhaltsstoffen wie Arnika. Diese haben den Vorteil, dass sie ideal zwischen die Zähne und sogar in die Zahnfleischtaschen vordringen. Ebenso wichtig ist die Reinigung der Zunge. Dies gelingt mit speziellen Reinigern oder der Rückseite einer Zahnbürste. Mundgeruch sollte jedenfalls als wichtiges Warnsignal gesehen werden – ein Warnsignal, das Betroffene selbst leider oft nicht riechen.

 

 

Wie erkenne ich Mundgeruch?

– Professionelle Messverfahren: Das Halimeter saugt die Atemluft über einen kleinen Strohhalm an. Ein elektrochemischer Sensor misst die Gesamtkonzentration an Schwefelverbindungen in der Maßeinheit ppb (parts per billion/Teile pro Milliarde).

– Gaschromatographie: Hier wird nicht nur die Gesamtmenge gemessen, sondern das Gas wird in seine genauen Bestandteile aufgespalten (z. B. Schwefelwasserstoff oder Methyl-Mercaptan). So lässt sich exakt bestimmen, ob die Ursache in der Mundhöhle oder im Magen-Darm-Trakt liegt.

– Organoleptischer Test: Trotz moderner Technik gilt der „Riechtest” durch geschultes medizinisches Personal noch immer als wichtiger Standard. Der Arzt bewertet den Atem des Patienten dabei auf einer Skala von 0 (kein Geruch) bis 5 (extrem stark).

 

Einfache Selbsttests für zu Hause:

– Der Plastiktütentest: Atmen Sie mehrmals tief in eine saubere Plastiktüte aus. Verschließen Sie diese, warten Sie ein paar Sekunden und riechen Sie dann kurz daran.

– Der Handgelenk-Test: Lecken Sie die Innenseite Ihres Handgelenks an, lassen Sie den Speichel einige Sekunden trocknen und riechen Sie an der Stelle.

– Der Löffel-Test: Schaben Sie mit einem umgedrehten Teelöffel vorsichtig über den hinteren Teil Ihrer Zunge. Lassen Sie den Belag kurz trocknen und prüfen Sie den Geruch.

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