Erste Hilfe ist jetzt noch einfacher
Erste Hilfe rettet Leben – doch die richtigen Maßnahmen verändern sich mit neuen medizinischen Erkenntnissen. Was heute im Kurs gelehrt wird, war nicht immer selbstverständlich. Die aktuellen Empfehlungen zeigen, wie einfach und effektiv Helfen im Notfall sein kann.
Wussten Sie, dass das, was wir heute über Erste Hilfe wissen, nicht immer schon so gelehrt wurde? „Die Medizin entwickelt sich laufend weiter – und damit auch die Empfehlungen, wie Menschen in Not am besten geholfen werden kann“, erklärt Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. „Im Ernstfall zählt jede Minute. Erste Hilfe muss schnell, zuverlässig und vor allem einfach sein, damit jede und jeder helfen kann.“
Auch heuer wurden deshalb einige Erste-Hilfe-Empfehlungen vom international vernetzten European Resuscitation Council angepasst – unter anderem bei einem Atem-Kreislauf-Stillstand mit der einfachen Formel „Prüfen, Rufen, Drücken“.
Ein Beispiel: Beim Joggen entdecken Sie eine reglose Person am Boden.
1. Prüfen Sie, ob es sicher ist, sich zu nähern, und ob die Person ansprechbar ist.
2. Wenn nicht, sofort die Rettung unter 144 rufen und das Telefon auf Lautsprecher schalten. Die Rettungsleitstelle kann Sie direkt anleiten, zum Beispiel beim Überprüfen der Atmung. Andere Personen können etwa einen Defibrillator holen.
3. Ist keine normale Atmung festzustellen, beginnen Sie unverzüglich mit der Wiederbelebung. Drücken Sie 30-mal kräftig und schnell auf die Mitte des Brustkorbes, danach folgen zwei Beatmungen – so lange, bis der/die Betroffene wieder normal atmet oder Hilfe eintrifft. Wer nicht beatmen kann, führt durchgehend Herzdruckmassagen durch. Ist ein Defi vorhanden, folgen Sie den Anweisungen des Geräts.
„Der Notruf wird künftig noch früher empfohlen, damit die Leitstelle von Beginn an die richtigen Maßnahmen anleiten kann“, erklärt Dr. Schreiber. Seine wichtigste Botschaft: „Im Notfall ist entscheidend, dass Menschen handeln. Jeder Handgriff zählt. Das Einzige, was sicher falsch ist, ist, nichts zu tun!“
Ein Erste-Hilfe-Kurs gibt Sicherheit. Frischen Sie dafür Ihr Wissen alle vier Jahre auf. Den nächsten Kurs in Ihrer Nähe finden Sie unter www.erstehilfe.at!
Infobox: Kühlen Kopf bewahren
Einen Hitzenotfall erkennen Sie an Symptomen wie Kopfweh, Übelkeit, hochrotem Kopf, erhöhter Körpertemperatur, Schwindel oder Schüttelfrost. So leisten Sie Erste Hilfe: 1. Sofort in den kühlen Schatten bringen. 2. Lagerung mit aufrechtem Oberkörper. 3. Wasser zum Trinken anbieten. 4. Auflegen von kühlen Tüchern auf Stirn und Oberkörper. 5. Bei Anzeichen einer Verschlechterung wie Erbrechen umgehend den Notruf 144 wählen.
