Erste Hilfe bei Insektenstich oder Schlangenbiss
Sonnenstrahlen und warme Temperaturen locken im Sommer Tausende Österreicherinnen und Österreicher in die Natur. Wer leicht bekleidet im Freien unterwegs ist, sollte vorbereitet sein. Denn im Gebüsch und in der Wiese lauern auch Tiere, die uns Menschen gefährlich werden können. Von der Biene bis zur heimischen Giftschlange – diese Erste-Hilfe-Tipps müssen Sie kennen!
Nicht nur Menschen sind im Sommer besonders aktiv. Kommen sich Mensch und Tier im Freien in die Quere, können schmerzvolle Stiche oder Bisse die Folge sein. „Insektenstiche sind meist harmlos und kühle Umschläge helfen, dass die Schwellung schneller abklingt“, so Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber. „Gefährlich wird es hingegen bei Stichen im Mund oder Rachen. Setzen Sie in diesen Fällen sofort den Notruf ab!“
Danach befolgen Sie diese Maßnahmen:
Dafür überstrecken Sie den Nacken der reglosen Person und sehen, hören und fühlen etwa zehn Sekunden lang, ob Sie eine normale Atmung feststellen können. „Vereinzelte, unregelmäßige, langsame oder ungewöhnlich tiefe Atemzüge oder aber das Schnappen nach Luft sind nicht normal. In diesem Fall beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung!“ Auch eine reglose Person mit normaler Atmung ist in Lebensgefahr, da die Atemwege durch das Zurücksinken der Zunge, Fremdkörper oder Erbrochenes blockiert werden können. Bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage:
- Stachel entfernen, wenn möglich
- Person in aufrechte Position bringen, falls Atemnot auftritt
- Kalten Umschlag oder Ähnliches um den Hals und auf die Einstichstelle legen
- Eis(würfel) lutschen lassen und damit von innen kühlen
Besonders problematisch wird es, wenn der oder die Betroffene allergisch reagiert. Im schlimmsten Fall kann es dann zu einem anaphylaktischen Schock und einem Atem-Kreislauf-Stillstand kommen. „Ausgeprägte Hautrötungen, Schwellungen, Ausschläge und Juckreiz auf großen Teilen des Körpers sind typische Anzeichen“, erklärt Dr. Schreiber. Als Ersthelfer:in befolgen Sie die oben genannten Maßnahmen und helfen bei der Einnahme von Notfallmedikamenten, die Allergiker:innen immer mitführen sollten.
Keine Panik nach einem Biss
Auch nach dem Biss einer Giftschlange – in Österreich sind etwa die Kreuzotter und die Sandviper heimisch – können Vergiftungserscheinungen auftreten. Diese sind in der Regel nicht lebensbedrohlich, trotzdem sollte ärztlicher Rat gesucht werden. Erstmaßnahme ist wie bei Insektenstichen die Kühlung der betroffenen Stelle. „Auf keinen Fall sollte die Wunde ausgesaugt oder abgebunden werden. Bewahren Sie Ruhe, rufen Sie die Rettung oder suchen Sie einen Arzt auf“, so der Rotkreuz-Chefarzt. Wenn möglich, ein Foto von der Schlange machen – für die Behandlung des Bisses ist es wichtig zu wissen, um welche Schlange es sich handelt.
Infobox: Sicher durch die Zecken-Zeit
Die kleinen Spinnentiere lauern in Österreich überall – und sie können Überträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sein. Der einzig wirksame Schutz ist die Impfung gegen das FSME-Virus, die ab dem vollendeten ersten Lebensjahr empfohlen wird. Die Impfung besteht aus einer dreiteiligen Grundimmunisierung im ersten Jahr, die erste Auffrischung sollte drei Jahre danach erfolgen. Weitere Auffrischungsimpfungen folgen dann im 5-Jahres-Abstand. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin beraten!