Erste Hilfe: Anpacken, nicht fürchten

Der Herbst steht jedes Jahr im Zeichen der Ersten Hilfe. Mit fundiertem Wissen und den richtigen Handgriffen können Sie Menschen in Ihrem Umfeld das Leben retten. Das Ihrer Angehörigen oder Freund:innen – schließlich passieren die meisten Notfälle in den eigenen vier Wänden, in der Freizeit oder beim Sport. Die gute Nachricht: Jeder und jede kann Erste Hilfe leisten!

Jedes Jahr am 2. Samstag im September feiert das Rote Kreuz rund um den Globus den Welttag der Ersten Hilfe. Ziel dieses Aktionstages ist es, auf die Bedeutung von rascher und richtiger Hilfe im Notfall aufmerksam zu machen und Menschen weltweit zu ermutigen, lebensrettende Fähigkeiten zu erlernen. Gut zu wissen: Erste Hilfe ist einfach – man kann dabei nichts falsch machen, außer nichts zu tun. „Erste Hilfe beginnt beim Absetzen des Notrufs. In Österreich ist bei medizinischen Notfällen immer die Nummer 144 zu wählen, und das so bald als möglich“, erklärt Mathias Amon, Erste-Hilfe-Experte des Roten Kreuzes. „Danach heißt es, alle Fragen der Leitstelle zu beantworten. Die Rettungsleitstelle wird außerdem Erste-Hilfe-Maßnahmen anleiten. Mittels Euro-Notruf unter der Nummer 112 können Sie auch ohne SIM-Karte, Netzvertrag oder Empfang Hilfe rufen – in ganz Europa.“ Besonders wichtig ist rasche Hilfe für reglose Personen – in diesem Zustand besteht akute Lebensgefahr. Finden Sie heraus, ob die Person ansprechbar ist und normal atmet – dafür maximal zehn Sekunden lang hören, sehen, fühlen.

Atmet sie nicht oder nicht normal, sofort 144 rufen und mit der Wiederbelebung beginnen:

Einen Handballen auf die Mitte des Brustkorbes legen.
Zweite Hand darüberlegen, sich über die Person beugen und beide Arme durchstrecken.
Schnell und kräftig 30 Mal auf den Brustkorb drücken.
Für die Beatmung mit einer Hand die Nasenlöcher zudrücken und Atemluft in den Mund des reglosen Menschen blasen. Achten Sie darauf, dass der Kopf nackenwärts überstreckt wird.

„Der Wiederbelebungsrhythmus lautet 30 Mal drücken, zwei Mal beatmen – so lange, bis der Rettungsdienst eintrifft oder die Person wieder normal atmet“, erklärt Amon. „Viele Menschen haben leider Angst, etwas falsch zu machen. Auch so mancher Mythos wie ‚Besser nichts tun, sonst werde ich verklagt‘ hält sich hartnäckig. Diese Ängste sind unbegründet! Jeder kann Erste Hilfe leisten.“

Übrigens: Ist eine Person reglos, atmet aber normal, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Wie das geht, erlernt man am besten in einem Erste-Hilfe-Kurs.

 

Infobox: Den richtigen Kurs finden
Das Rote Kreuz bietet österreichweit viele Möglichkeiten zur Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe – vom 16-stündigen Grundkurs über den Füherschein- oder Auffrischungskurs bis hin zu speziwllen Erste-Hilfe-Kursen für Kindernotfälle. Wann haben Sie zuletzt Ihre Kenntnisse aufgefrischt? Alle vier Jahre sollte man sein Wissen erneuern, um im Notfall bestens gerüstet zu sein. Den nächsten Erste-Hilfe:Kurs in Ihrer Nähe finden Sie unter erstehilfe.at

 

 

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Österreichisches Rote Kreuz (ÖRK) / Markus Hechenberger

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