Die Welt der Wunden

Wunde ist gleich Wunde – oder doch nicht? Schürfwunde, Schnittwunde, Risswunde, Stichwunde … Es gibt zahlreiche verschiedene Arten von Wunden. Sie ähneln sich zwar, stellen aber doch spezielle Anforderungen an die Erste Hilfe. Hier erfahren Sie, wie Sie unterschiedliche Wunden richtig behandeln.

 

Ein Sturz mit dem Fahrrad, eine kleine Unachtsamkeit in der Küche oder ein harter Zweikampf auf dem Fußballplatz – und schon ist es geschehen. Die Haut ist beschädigt, man beginnt zu bluten und die freiliegenden Nerven sorgen für Schmerzen. Kurz gesagt: Man ist verwundet. Im Laufe des Lebens hat jeder von uns mit Dutzenden, manche auch mit Hunderten oder gar Tausenden Wunden zu kämpfen. Am häufigsten verletzen wir uns in jungen Jahren, doch auch im höheren Alter sind Verletzungen keine Seltenheit. Glücklicherweise verheilen die meisten Wunden, ohne dass sie in größerem Maße ärztlich versorgt werden müssen. Schürfwunden, Schnittwunden, Verbrennungen und Co. dürfen dennoch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn jede Wunde, auch die kleinste, kann sich entzünden, und dann drohen unter Umständen schwerwiegende Konsequenzen. Daher ist eine desinfizierende Wundcreme für jeden Haushalt unerlässlich. Im Folgenden sehen wir uns die häufigsten Wundarten an.

1. Risswunden: Risswunden sind in der Regel oberflächlich, jedoch mitunter stark blutend und schmerzhaft. Die Haut reißt dabei meist ungleichmäßig auf. Sie entstehen häufig durch stumpfe Gewalt, etwa bei heftigen Stürzen oder Quetschungen, und bergen ein erhöhtes Infektionsrisiko, da das Gewebe zusätzlich geschädigt wird.

2. Schürfwunden (oberflächliche Hautabschürfungen): Schürfwunden entstehen durch Reibung oder Aufschürfen der Haut an rauen Oberflächen (z. B. bei einem Sturz vom Fahrrad). Es ist wichtig, die Wunde sofort mit lauwarmem Wasser zu reinigen, um grobe Schmutzpartikel zu entfernen.

3. Schnittwunden (z. B. durch Glas oder Messer): Da Schnittwunden oft tief reichen und stark bluten, ist eine gründliche Desinfektion wichtig. Bei tiefen Schnittwunden oder starker Blutung kann eine ärztliche Behandlung notwendig sein, um die Wunde zu nähen und weitere Komplikationen zu vermeiden.

4. Druckwunden (Dekubitus): Druckwunden entstehen durch lang anhaltenden Druck auf eine Hautstelle, wodurch die Blutzirkulation gestört wird. Die Wunde sollte sofort von Druck befreit werden, indem die betroffene Person umgelagert wird. Reinigen Sie die Wunde mit lauwarmem Wasser und einem milden Desinfektionsmittel, um Schmutz und Keime zu entfernen. Bei fortgeschrittenen Druckwunden, die tief in das Gewebe reichen, sollte ärztliche Hilfe aufgesucht werden.

5. Insektenstiche: Milliarden von Insekten verursachen zig Millionen Stiche und kleinere Wunden. In der Regel sind diese Stiche harmlos. Durch das Aufkratzen der Einstichstellen kann jedoch Schmutz in die Wunde gelangen, sodass sich diese entzünden kann. Insektenstiche sollten genau beobachtet werden.

 

Infektionen vermeiden

Bakterien sind nicht nur in der Erde, im Maul fletschender Hunde oder in trübem Wasser zu finden, sondern auch ständig auf unserer Haut. Dort bilden sie die Hautflora. Und genau diese Bakterien sind oft die Ursache für Infektionen. Da sich einzelne Bakterien innerhalb weniger Stunden zu Tausenden oder gar Millionen vermehren können, ist eine rasche Reaktion wichtig. Cremes mit desinfizierenden Inhaltsstoffen wie Chlorhexidin bekämpfen Bakterien zuverlässig. Hochwertige Wundsalben enthalten zusätzlich Wirkstoffe, die die Regeneration der Hautzellen beschleunigen. Dadurch kann die Wunde schneller abheilen, das Infektionsrisiko wird minimiert und die Gefahr einer Narbenbildung sinkt. Die kühlende Wirkung von Heilsalben lindert zudem den Schmerz.

 

Die häufigsten Wundbakterien in Österreich

Staphylococcus aureus: Kommt sehr häufig auf der Haut und in der Nase vor. Es ist der häufigste Erreger von eitrigen Wunden.
Streptococcus pyogenes: Ebenfalls auf der Haut und den Schleimhäuten. Kann Entzündungen und sich ausbreitende Infektionen verursachen.
Pseudomonas aeruginosa: Vor allem in feuchten Umgebungen wie Wasser oder Erde. Spielt eher bei feuchten oder schlecht heilenden Wunden eine Rolle.
Escherichia coli: Bestandteil der Darmflora von Menschen und Tieren. Er gelangt bei Verunreinigung (z. B. durch Erde oder Schmutz) in die Wunde.

 

 

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