Miteinander statt Gegeneinander: Corona und seine Folgen für unsere Jugend

Corona und Jugend. Wir, die Jugend von heute, hatten lange keinen normalen Schulunterricht, lange keine regelmäßigen Kontakte zu Freundinnen und Freunden und wir haben lange keine Freizeitaktivitäten in einer Gruppe erlebt. Zwar sind wir weniger gefährdet, schwer an COVID zu erkranken – dennoch macht uns die Pandemie psychisch immens zu schaffen.

Für Kinder und Jugendliche ist eine so lange Zeit, in der die Welt stillzustehen scheint, eine Ewigkeit – im Gegensatz zu einem Erwachsenenleben. Fehlt in dieser wichtigen Phase der Entwicklung etwas, kann dies größere Lücken aufreißen, als wir glauben. Kinder, aber auch wir Jugendlichen brauchen in unseren Entwicklungsphasen soziale Kontakte und Aktivitäten.

Wir stehen vor einer der größten Herausforderungen, die wir jemals bewältigen mussten: Einsamkeit. Wir können nicht regelmäßig in die Schulen, Universitäten, Ausbildungen und Jobs. Wir haben keine fixen Nebenjobs mehr, da die Arbeitsplätze immer wieder gekürzt werden. Wir können uns nicht einfach spontan mit unseren Freundinnen und Freunden treffen, keine Freizeitaktivitäten erleben, unser Leben nicht mehr in vollen Zügen genießen, kennenlernen und erkunden. Wir brauchen eine Möglichkeit zur Selbstentfaltung, denn nur so können wir uns entwickeln, unser Leben meistern und davon profitieren. Trotz aller Isolationen und Einschränkungen müssen unsere Leistungen jedoch erbracht werden, ohne jegliche Hinterfragung oder Rücksichtnahme.
Hier und da habe ich immer wieder einmal eine Aussage gehört wie: „Sei nicht so empfindlich. Du musst jetzt durchbeißen. Was hätten wir denn früher gemacht – man muss hart im Nehmen sein.“ Aber nein, wir sind nicht verweichlicht oder jammern schnell über dies und jenes. Wir sind eine Generation, die endlich mutig genug ist, psychische Probleme offen und ehrlich zu kommunizieren und sich Unterstützung zu holen, falls dies nötig ist. Keiner muss seine Probleme allein bewältigen. Wir wollen gehört und ernst genommen werden für das, was wir sagen. Ehrlichkeit zeugt von Mut!

Fast jeder Erwachsene in unserem Umfeld steht unter Anspannung, hat viel zu viel zu tun und eigentlich keine Zeit mehr für nichts. Aber nicht nur sie leiden unter dieser Hektik, sondern auch wir Kinder und Jugendlichen. Unsere Sorgen werden nicht wahrgenommen, nicht reflektiert und kommen meist gar nicht richtig bei unserem Gegenüber an. Angesichts dieser zahlreichen Belastungen und Herausforderungen für uns alle wäre es doch gerade in dieser Zeit wichtig, Aufmerksamkeit und Unterstützung als Kind und Jugendlicher zu bekommen.

Gerade deshalb ist es in dieser schwierigen Zeit so besonders wichtig und ausschlaggebend, dass wir alle an einem Strang ziehen und uns nicht unbewusst gegenseitig bekämpfen. Wenn jeder etwas Rücksicht auf seine Mitmenschen, seine Familie und seine Freunde nimmt, kann ein wohltuendes und schönes Zusammenleben funktionieren. Kinder und Jugendliche müssen gehört und ernst genommen werden, auch wenn ihr Problem nur „halb so schlimm“ ist. Das Gefühl, etwas wert zu sein, verstanden und gehört zu werden, geliebt zu werden und sich geborgen zu fühlen, kann so viel in einem Kind oder einem/einer Jugendlichen verändern, an positiven Emotionen auslösen und Sicherheit schaffen.

#friends
#together

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